Irans Chefdiplomat in Islamabad – Ob direkte Gespräche mit USA stattfinden, bleibt vage

Abbas Araghchi, seines Zeichens Außenminister des Iran, macht derzeit Station in Pakistan, während sich eine hochkarätige US-Delegation rund um Steve Witkoff und Jared Kushner ebenfalls in Islamabad ankündigt. Noch zeichnet sich kein klares Bild ab, ob – und falls ja, wann – es zu einem unmittelbaren Austausch zwischen Vertretern beider Staaten kommen könnte.

heute 12:47 Uhr | 4 mal gelesen

Nun, viel Lächeln sieht man bei solchen Anlässen selten. Araghchi hat jedenfalls zuerst an den üblichen offiziellen Stationen – seine pakistanischen Kollegen, darunter Ishaq Dar, und den Militärchef, Asim Munir – Halt gemacht. Im Raum steht, dass er von dort weiter nach Oman und Russland reist – vielleicht, um andere Karten auf den Tisch zu legen? Die USA beobachten alles mit angehaltener Luft: Vizepräsident JD Vance scharrt quasi schon mit den Hufen, falls es etwas zu verhandeln gibt. Trump selbst äußerte kryptisch, der Iran „wolle ein Angebot vorlegen“, aber wie so oft bei dem Thema: Konkretes? Fehlanzeige. Keiner weiß, wie – und ob überhaupt – die Gespräche in Pakistan ins Rollen kommen. Währenddessen lodert der alte Brandherd weiter: Heftige Wortgefechte – und mehr – zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah, Vorwürfe über Verstöße gegen einen brüchigen Waffenstillstand. Israel ruft einmal mehr die libanesische Zivilbevölkerung zur Vorsicht auf: südlich der markierten Grenze besser fernbleiben. Und aus Teheran? Da bringt eine Hinrichtung erneut Groll und Angst aufs politische Parkett: Ein Mann, angeblich Spion für Israel und Teilnehmer der landesweiten Proteste, wurde zum Tode verurteilt – die Stimmung im Land bleibt angespannt.

Irans Außenminister Araghchi ist in Pakistan, doch ob er direkt mit der US-Delegation ins Gespräch kommt, ist weiterhin unklar – beide Seiten umkreisen einander, wobei hinter den Kulissen viel diplomatische Taktik vermutet wird. Parallel dazu bleibt die Lage im Nahen Osten und besonders an der israelisch-libanesischen Grenze weiterhin angespannt, wobei der fragile Waffenstillstand immer wieder auf die Probe gestellt wird; der Umgang des Iran mit innenpolitischen Gegnern und Hinrichtungen sorgt international für Kopfschütteln und Kritik. Laut aktuellem Stand ist Diplomatie vor allem eine Angelegenheit von Andeutungen, Gesten und Prozessen hinter verschlossenen Türen, während gleich mehrere Konfliktlinien offen lodern. Nach aktuellen Medienberichten von Anfang Juni nehmen Iran und Pakistan verstärkt gegenseitige Sicherheitsgarantien in den Blick, zur Eindämmung der Gewalt entlang der gemeinsamen Grenze und zur Beruhigung regionaler Spannungen. In den überregionalen Debatten zeigt sich, dass die US-Regierung bemüht ist, durch präsente Diplomaten und enge Verbündete in Islamabad Einfluss zu wahren und jedwede Annäherung behutsam zu steuern. Iran bleibt indes skeptisch gegenüber den amerikanischen Absichten, betont aber weiterhin die Bereitschaft zu multilateralen Kooperationsmechanismen mit Anrainerstaaten, sofern diese auf gegenseitigem Respekt und Souveränität beruhen.

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