Frauenmehrheit zeigt Gelassenheit beim Geschlecht des nächsten Bundespräsidenten

Im Januar 2027 steht die nächste Wahl zum höchsten Amt im Staat an. Überraschend: Für viele Frauen ist es scheinbar völlig nachrangig, ob dieses Amt künftig eine Frau oder ein Mann übernimmt. Die Prioritätensetzung fällt wohl ganz anders aus, als es mancher vorher vielleicht vermutet hätte.

heute 01:00 Uhr | 2 mal gelesen

Interessanterweise zeigt sich in der aktuellen Umfrage von YouGov, die im Auftrag der „Bild der Frau“ durchgeführt wurde, eine ziemlich entspannte Haltung vieler Frauen gegenüber der Geschlechterfrage im Schloss Bellevue. Ganze 63 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass es ihnen wurscht ist, ob der nächste Bundespräsident ein Mann oder eine Frau ist. Lediglich 28 Prozent wünschen sich explizit eine weibliche Amtsträgerin – immerhin ein knappes Drittel, aber eben nicht die Mehrheit. Besonders interessant: Sogar vier Prozent sprechen sich explizit gegen eine Frau im Amt aus. Nun, auch das gehört wohl zur Vielfalt gesellschaftlicher Meinungen.

Spannend wird’s, wenn man fragt, wer denn überhaupt als Bundespräsidentin infrage käme: Unter den Frauen, die gern eine Präsidentin sähen, stehen Julia Klöckner (10 Prozent), Ilse Aigner (6 Prozent) und Annegret Kramp-Karrenbauer (5 Prozent) hoch im Kurs. Die Umfrage selbst basierte auf den Aussagen von 2.164 Personen (darunter 1.109 Frauen) zwischen dem 13. und 18. Mai. Die Daten wurden natürlich auf Alter, Geschlecht und Region hin ausbalanciert – so ganz ohne Statistik geht’s halt doch nicht. Es bleibt ein seltsames Paradox: In Debatten und Kommentarspalten scheint das Verlangen nach weiblicher Repräsentanz oft laut, im echten Leben sind viele Frauen erstaunlich entspannt, was das Geschlecht in Spitzenämtern betrifft. Macht das die Diskussion überflüssig? Vielleicht schafft es ja 2027 erstmals eine Frau, und die Nation zuckt müde mit den Schultern – oder gratuliert leise, aber herzlich.

Die große Mehrheit der deutschen Frauen misst dem Geschlecht des kommenden Bundespräsidenten nur wenig Bedeutung bei; aktuelle Umfragen bekunden, dass lediglich ein gutes Viertel sich gezielt eine Frau im höchsten Staatsamt wünscht. Julia Klöckner, Ilse Aigner und Annegret Kramp-Karrenbauer wurden am häufigsten als Favoritinnen für das Amt genannt, was die bislang eher männlich dominierte Debatte auf interessante Namen lenkt. Einflüsse gesellschaftlicher Umbrüche, Auseinandersetzungen um Gleichstellung und diverse Kampagnen für mehr weibliche Repräsentation, etwa im Bundestag, zeigen zwar auf politischer Bühne Wirkung, doch spiegeln diese nicht immer die Alltagshaltung der Frauen selbst wider – hier dominiert Pragmatismus über Symbolpolitik.

Schlagwort aus diesem Artikel