Spannend wird’s, wenn man fragt, wer denn überhaupt als Bundespräsidentin infrage käme: Unter den Frauen, die gern eine Präsidentin sähen, stehen Julia Klöckner (10 Prozent), Ilse Aigner (6 Prozent) und Annegret Kramp-Karrenbauer (5 Prozent) hoch im Kurs. Die Umfrage selbst basierte auf den Aussagen von 2.164 Personen (darunter 1.109 Frauen) zwischen dem 13. und 18. Mai. Die Daten wurden natürlich auf Alter, Geschlecht und Region hin ausbalanciert – so ganz ohne Statistik geht’s halt doch nicht. Es bleibt ein seltsames Paradox: In Debatten und Kommentarspalten scheint das Verlangen nach weiblicher Repräsentanz oft laut, im echten Leben sind viele Frauen erstaunlich entspannt, was das Geschlecht in Spitzenämtern betrifft. Macht das die Diskussion überflüssig? Vielleicht schafft es ja 2027 erstmals eine Frau, und die Nation zuckt müde mit den Schultern – oder gratuliert leise, aber herzlich.
Die große Mehrheit der deutschen Frauen misst dem Geschlecht des kommenden Bundespräsidenten nur wenig Bedeutung bei; aktuelle Umfragen bekunden, dass lediglich ein gutes Viertel sich gezielt eine Frau im höchsten Staatsamt wünscht. Julia Klöckner, Ilse Aigner und Annegret Kramp-Karrenbauer wurden am häufigsten als Favoritinnen für das Amt genannt, was die bislang eher männlich dominierte Debatte auf interessante Namen lenkt. Einflüsse gesellschaftlicher Umbrüche, Auseinandersetzungen um Gleichstellung und diverse Kampagnen für mehr weibliche Repräsentation, etwa im Bundestag, zeigen zwar auf politischer Bühne Wirkung, doch spiegeln diese nicht immer die Alltagshaltung der Frauen selbst wider – hier dominiert Pragmatismus über Symbolpolitik.