Die EVG hat jüngst davor gewarnt, dass durch ein mögliches Engagement von Italo mehrere Städte – darunter Augsburg, Münster oder Rostock – vom Fernverkehr abgekoppelt werden könnten. Die Gewerkschaft befürchtet, dass die Deutsche Bahn ohne Gewinne auf den Hauptstrecken keine Mittel mehr hätte, um weniger lukrative Verbindungen aufrechtzuerhalten. Aktuelle Medienberichte unterstreichen, dass der Wettbewerb grundsätzlich den Bahnsektor beleben soll, aber ohne politische Steuerung drohen ernsthafte Nachteile für die Regionen: etwa längere Wege, Umstiege auf langsamere Züge und insgesamt ein weniger attraktives Bahnangebot. Während die Bahn bislang viele schwächer frequentierte Verbindungen über Gewinne aus Hauptstrecken subventioniert hat, drohen diese Quersubventionierungen durch Konzentration privater Anbieter auf die lukrativsten Routen verloren zu gehen. Die Diskussion ist ebenso politisch brisant – Verkehrsminister Schnieder gerät in die Kritik, weil er bislang für ein faires Regelwerk für Wettbewerber wie Italo zu wenig unternimmt. Die Bundesnetzagentur prüft bereits Anpassungen am Vergabeverfahren, um unerwünschte Effekte wie Rosinenpickerei einzudämmen. Langfristig stellt sich zudem die Frage, wie die Balance zwischen Wettbewerb und gesellschaftlicher Verantwortung im Verkehrssektor aussehen kann.