Interessant war auch das Timing: Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif meldete sich fast gleichzeitig zu Wort und erklärte auf X, dass der Frieden zwischen USA und Iran quasi greifbar sei und Pakistan für die Online-Unterzeichnung bereit stehe. Schon nächste Woche, kündigte er an, würden technische Details ausgehandelt. Allerdings verzögerte sich die Euphorie: Das iranische Außenministerium bremste die Erwartungen umgehend. Die geplante Unterzeichnung am Sonntag sei nicht gesichert; ein genauer Termin stehe noch aus. So viel zur großen Eile – nicht selten folgen auf politische Einigungen noch ganz andere Realitäten.
Die Diskussion um das neue US-Iran-Abkommen dominiert die Schlagzeilen. Trump präsentiert sich als Macher, der – so seine Lesart – das Scheitern des Obama-Abkommens ausbügelt und mit dem Iran einen angeblichen Friedensschluss erreicht. Doch Teheran bremst und beharrt darauf, dass es noch keinen konkreten Termin gebe. Tatsächlich war Irans Reaktion auffallend kühl, und internationale Kommentatoren äußerten mehrfach Skepsis, ob ein vollständiges Ende der iranischen Atomambitionen mit solch kurzfristigen Verhandlungen realistisch ist. In Hintergrundanalysen wurde betont, dass die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten ebenso wie das komplexe Verhältnis der USA zu Israel, Saudi-Arabien und dem Iran einen schnellen diplomatischen Durchbruch erschweren. Laut aktuellen Medienberichten bestehen nach wie vor große Zweifel, ob aus Trumps weitreichenden Versprechen wirklich dauerhafter Frieden resultieren kann. Zudem befürchten viele Beobachter, dass nationale Prestigeinteressen in Washington wie in Teheran einer tragfähigen Lösung im Weg stehen könnten.