Baerbock: Nach 80 Jahren endlich eine Frau an die Spitze der UN

Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Generalversammlung auf Zeit, spricht sich mit Nachdruck für eine Generalsekretärin als Nachfolge für António Guterres aus – immerhin warten Frauen weltweit seit Jahrzehnten vergeblich auf diese Rolle.

28.07.26 22:59 Uhr | 35 mal gelesen

Seit Bestehen der Vereinten Nationen hat kein weiblicher Name die oberste Spitze getragen – ein erstaunlich hartnäckiges Männerkartell, wenn man es so betrachtet. Baerbock, derzeit die scheidende Leiterin der Generalversammlung, lenkt den Prozess für die Nachbesetzung des UN-Generalsekretariats – und sie findet: Wird Zeit, dass nun eine Frau das Steuer übernimmt. Vier Bewerberinnen stehen derzeit zwei männlichen Kandidaten gegenüber. Die deutsche Politikerin bringt es in der SZ auf den Punkt: Die halbe Menschheit sind Frauen und Mädchen – wie kann die UN, die für Millionen Diversität und Menschenrechte steht, das immer noch ignorieren?

Baerbock will selbst nicht kandidieren – nach dem ungeschriebenen Rotationsprinzip steht ohnehin Lateinamerika im Mittelpunkt. Dennoch hätte sie sich deutlich mehr Haltung aus Deutschland und Europa gegen Trumps Angriffe auf die UN und das internationale Recht gewünscht (ein Seitenhieb, der zwischen den Zeilen schmerzt). Die UN, so Baerbock, sei nie für die leichten Zeiten geschaffen worden. Persönlich gibt sie sich kämpferisch: Trotz Anfeindungen bleibt sie gelassen, verteidigt ihre Lebensfreude und behauptet: Frauen in Führungspositionen sind normal – auch wenn das einigen immer noch nicht passen mag. Interessanter Nebenaspekt: Ohne Angela Merkel, so denkt Baerbock, wäre es ihr wohl nicht gelungen, Deutschlands erste Außenministerin zu werden. Aktuelle Entwicklungen: Nach Berichten verschiedener Medien, darunter die Deutsche Welle und der Spiegel, gewinnt die Forderung nach einer Frau an der Spitze der UN international an Gewicht – viele Mitgliedsstaaten fordern ebenfalls eine Reform, um die Geschlechtergerechtigkeit voranzubringen. Die vier wichtigsten Bewerberinnen kommen tatsächlich aus Lateinamerika, was das Rotationsprinzip und Baerbocks Anmerkung untermauert. Diskutiert wird zudem, welche strukturellen Hürden – von nationalen Machtinteressen bis hin zur Vetomacht im Sicherheitsrat – weibliche Kandidaturen erschweren könnten.

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