Jungtischler:innen zeigen Können – Abschluss geschafft, viermal mit Bestnote

Lienz – Es war ein denkwürdiger September 2026 für den Tischler-Nachwuchs aus Osttirol: Zehn Lehrlinge legten ihre Abschlussprüfung ab, alle überzeugten – vier von ihnen glänzten sogar mit einer Auszeichnung.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Da kann sich manche:r Altmeister:in nur respektvoll verneigen – zehn Lehrlinge traten Anfang September in Lienz zur berüchtigten Tischlerprüfung an. Das Ergebnis? Jeder einzelne hat es geschafft, und das ist, Hand aufs Herz, längst nicht selbstverständlich. Besonders hervorgehoben wurden Marcon Jasmin, Mariner Florian, Lerchbaumer Sina und Walder Jonas – sie ließen mit ihren Arbeiten aufhorchen und wurden zurecht ausgezeichnet. Weitere Absolvent:innen wie Walder Carolina, Wurzer Julian Michael und Preßlaber Vanessa überzeugten mit guten Ergebnissen, während Linder Hannes, Strauss Felix und Köder Julian ebenfalls mit bestandener Prüfung ins Berufsleben starten. Anerkennung gab es nicht nur von den Ausbilder:innen und Betrieben, sondern auch von Landesinnungsmeister Helmuth Hehenberger: Handwerk braucht Nachwuchs, der sich traut, mit Kreativität und Präzision ans Werk zu gehen. Seine Worte fand ich persönlich angenehm persönlich und motivierend – selten klingt Branchenlob so aufrichtig. Auch von Seiten der Wirtschaftskammer, vertreten durch Michaela Hysek-Unterweger, wurden die Leistungen der jungen Gesellen in den höchsten Tönen gelobt. Sie hob das Gemeinschaftsgefühl, die Begeisterung und die Eigenverantwortung hervor. Ein Satz ist mir dabei besonders hängen geblieben: 'Viele helfen, aber abgeschlossen habt ihr allein.' Das bleibt. Die Gesellenstücke – nicht selten wahre Kunst – können Interessierte noch Mitte September in der Lienzer Wirtschaftskammer bestaunen. Vielleicht wäre das mal einen Abstecher wert, wenn man die Zukunft des Handwerks nicht immer nur von Statistiken ablesen möchte. Und ja, ohne die geduldige Unterstützung von Lehrer:innen und Betrieben wäre der Weg vermutlich für manche zu steil geworden – das weiß auch Carolina Walder, die sich für die Gemeinschaft bei den Mentoren bedankte. Einige Namen und Betriebe prägten das Bild des Jahrgangs deutlich: Gabriel Forcher Tischlereigesellschaft, Franz Mariacher, Pro Mente Kärnten u.a. Auch das gehört erwähnt. Wer sich näher dazu informieren will, wird bei der WK Tirol freundlich Auskunft bekommen.

Der aktuelle Erfolg des Tischler-Nachwuchses in Osttirol steht gewissermaßen exemplarisch für ein Handwerk, das seinen Stellenwert zurückerobert. Die Tatsache, dass alle zehn Prüflinge bestanden haben – darunter vier mit der Höchstnote – wird von Branchenvertretern und Lehrbetrieben gleichermaßen gefeiert. Die wirtschaftliche Ausgangssituation für junge Fachkräfte ist derzeit vielversprechend, nicht zuletzt wegen einer anhaltend hohen Nachfrage nach handwerklich gefertigten Möbeln und maßgeschneiderten Lösungen. Beobachter:innen sehen das Handwerk insbesondere in Zeiten zunehmender Industrialisierung und Automatisierung als Anker für regionale Identität und nachhaltige Arbeitsplätze. Interessant ist, dass auch bundesweit Initiativen zur Förderung der Ausbildungsqualität greifen, während zugleich Digitalisierung und neue Fertigungsmethoden das Aufgabenfeld der Tischler zunehmend verändern. Laut aktuellen Berichten der FAZ und der Süddeutschen Zeitung bleibt der Fachkräftemangel in den klassischen Handwerksberufen ein dominantes Thema; Initiativen wie Meisterprämien oder höhere Ausbildungsvergütungen sollen hier entgegenwirken. Parallel dazu zeigt sich, dass eine erfolgreiche Gesellenprüfung mit Auszeichnung oft unmittelbare Berufschancen eröffnet, gerade in Regionen wie Osttirol. Schließlich spiegelt die Ausstellung der Abschlussarbeiten auch ein Umdenken wider: Gesellschaftlich erfahren Handwerksberufe wieder mehr Wertschätzung, junge Leute erleben sie zunehmend als kreative Alternative zum klassischen akademischen Weg.

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