Manchmal überschlagen sich die Ereignisse schneller, als einem lieb ist: Am Freitag kündigte Donald Trump überraschend an, er wolle Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve nominieren. Warsh ist kein Unbekannter im System – er war früher bereits Mitglied des Gouverneursrats der US-Notenbank und kennt die Mechanismen der Branche vielleicht sogar zu gut. Zuletzt dozierte er in Stanford, allerdings war seine eigentliche Trumpfkarte wohl seine Nähe zu Trumps Ansichten bezüglich niedriger Zinssätze. Was Jerome Powell, der amtierende Vorsitzende, dazu sagen dürfte? Schwer zu sagen – fest steht nur, dass es zwischen ihm und Trump permanent gescheppert hatte, vor allem, weil Powell nicht so recht springen wollte, wie der Präsident pfiff. Und die Sache ist noch nicht durch: Der Senat muss dem Vorschlag zustimmen, was durchaus spannend werden könnte – zu eindeutig sind die politischen Gräben. Man muss anmerken, dass Warsh innerhalb der Zentralbank nicht nur Freunde hat, denn manches alte Eisen rostet eben doch.
Donald Trump hat offiziell angekündigt, den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der US-Notenbank zu nominieren. Warsh gilt als Befürworter niedriger Zinsen und hat in den letzten Monaten offen die Kritik Trumps an Powells Zinspolitik unterstützt. Die Entscheidung dürfte die Märkte bewegen, gilt aber keineswegs als sicher, da der Senat dem Vorschlag noch zustimmen muss – und dort ist die Unterstützung keineswegs garantiert. Aktuelle Analysen diverser Finanzexperten in den US-Medien warnen außerdem vor einer zu starken Politisierung der Fed unter Trump, falls Warsh wirklich ernannt würde. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Warsh als Pragmatiker bekannt ist, der in seiner Zeit als Fed-Gouverneur eher auf internationale Finanzmarktstabilität als auf populistische Politik setzte.