Schon früh im Spiel schien sich das Kräfteverhältnis abzuzeichnen: Dan Ndoye zwang Katars Keeper Mahmoud Abunada mehrfach zu Rettungstaten. Auf der anderen Seite hätte Edmilson Junior überraschend fast die Führung für Katar erzielt, ließ die Gelegenheit aber verstreichen. Wenig später schlug Breel Embolo für die Eidgenossen eiskalt vom Punkt zu – sicher verwandelter Elfmeter, 1:0 nach 17 Minuten. Nach dem Treffer spielte die Schweiz wie entfesselt nach vorn, aber ein zweites Tor wollte einfach nicht fallen. Schüsse von Zakaria, Vargas und Aebischer fanden allesamt im hervorragenden Abunada ihren Meister, während Katar bis auf ein paar Ausflüge von Edmilson Junior harmlos blieb – und auch die parierte Gregor Kobel im Schweizer Tor souverän.
Nach der Pause blieben die Schweizer am Drücker, aber das Spiel bekam etwas von dieser typischen Nervosität, wenn eine Mannschaft trotz Chancenübergewicht nicht „den Sack zu macht“. Während Xhaka, Vargas und Embolo weiterscheiterten, schien Katar nur noch darauf zu hoffen, nicht völlig unterzugehen. Es roch schon nach Auftaktsieg für die Männer von Murat Yakin. Und dann – fast wie aus dem Nichts – setzte Khoukhi in den Schlussminuten zum Kopfball an, ließ Muheim schlecht aussehen und netzte zum 1:1 ein. Unterm Strich ein Spiel, das aus Schweizer Sicht fast so weh tut wie ein plötzlicher Hagelschauer nach einem langen Sommertag: Man dachte schon, alles sei entschieden – und am Ende bleibt die Enttäuschung.
Die Fußball-WM 2026 startete für die Schweiz mit einem eher ernüchternden 1:1 gegen Katar – ein Ergebnis, das den Spielverlauf eigentlich auf den Kopf stellt. Die Mannschaft von Murat Yakin kontrollierte die Partie und vergab reihenweise hochkarätige Chancen; Katar wirkte bis zum späten Ausgleich durch Boualem Khoukhi stellenweise fast wie ein Trainingsgegner. Doch Fußball bleibt nun einmal ein Sport mit eigenen, manchmal grausamen Regeln: Wer zu nachlässig mit seinen Möglichkeiten umgeht, wird bestraft – und so reiste die Schweiz nur mit einem Punkt im Gepäck weiter. Katar indes kann sich über einen überraschenden Punktegewinn freuen und schöpft neue Hoffnung für die restlichen Gruppenspiele. Nach Recherchen aktueller Sport- und Nachrichtenwebseiten (u.a. taz, DW, Spiegel, Zeit, FAZ) wird auch klar: Die Schweizer wurden vielerorts für ihre Chancenverwertung kritisiert, während Trainer Yakin vor allem die mangelnde Konsequenz im Abschluss anspricht. Im Gegensatz dazu wird Katars Last-Minute-Glanzleistung meist als „glücklicher Punkt“ beurteilt, der dank Abunadas Paraden überhaupt erst möglich wurde. Was das für die weitere Gruppenphase bedeutet, bleibt abzuwarten, doch der Druck auf das Schweizer Team ist jetzt definitiv gestiegen.