Die Situation in der Ostregion der DR Kongo ist ein Pulverfass. Immer wieder flackern dort lokale Konflikte auf, Menschen werden von Gewalt vertrieben – und ausgerechnet jetzt wird das Gesundheitssystem durch drastisch reduzierte internationale Hilfe weiter geschwächt. Als wäre die Erinnerung an den verheerenden Ebola-Ausbruch vor knapp fünf Jahren nicht mahnend genug, sieht Bob Kitchen, Notfallchef des IRC, die neuen Warnzeichen deutlicher blinken als je zuvor: Diese Kombination aus Instabilität, knappen Mitteln und Ausbreitungstempo ist brandgefährlich. Während der letzten Krise 2018 bis 2020 starben über 2.000 Menschen und es war schon damals ein Ringen gegen die Uhr. Aber diesmal, so scheint es, ist der Staat noch schlechter gerüstet. Ein frustrierender Kreislauf – zu wenig Hilfsgelder, zu viel Unsicherheit, fatale Verzögerungen. Kitchen betont, wie überfällig ein gemeinsamer Drahtzieher – etwa durch die UN oder die WHO – wäre, um wenigstens die Africa CDC sinnvoll einzubinden und alle helfenden Hände zu koordinieren. Flaschenhälse wie Lieferstopp von Schutzausrüstung oder Bürokratie bei der Akkreditierung von NGOs blockieren zudem notwenige Schritte. Am härtesten trifft das – wie so oft – Frauen und Mädchen: Nicht nur machen sie einen Großteil der erfassten Fälle aus, sie tragen in Krisen auch oft die Hauptlast im Alltag. Wenn jetzt nicht sofort Ressourcen aufgestockt werden, droht die Kontrolle zu entgleiten. Insgesamt fordert das IRC langfristige und schnelle Hilfe: bessere Überwachung, Investitionen in Gesundheitseinrichtungen und einen echten Fokus auf die lokalen Bedürfnisse. Denn genau an diesem Punkt entscheidet sich, wie viele Menschenleben gerettet werden.
Der Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat das Potenzial, den schlimmsten Verlauf in der Geschichte der Krankheit zu nehmen, warnt das IRC. Der Hintergrund: Gewalt und Vertreibungen verschärfen das Problem, während gleichzeitig internationale Finanzierungsengpässe und ein schwaches örtliches Gesundheitssystem die Kontrolle über die Lage massiv erschweren. Organisationen wie die WHO melden jüngst steigende Infektionszahlen in Grenzgebieten, und mehrere Medien berichten, dass die Koordination zwischen Regierungsbehörden, internationalen Akteuren und lokalen NGOs ins Stocken geraten ist – was dringend gelöst werden müsste, damit die Hilfe greift. Auch wurde kürzlich bekannt, dass vermehrt Tropenärzte und Fachpersonal aus Mangel an Schutzmitteln und politischen Garantien das Krisengebiet verlassen oder Zelte abbrechen. Viele Akteure fordern darüber hinaus, dass bei der Eindämmung dieses Ausbruchs innovative Maßnahmen wie mobile Isolationseinheiten und digitale Kontaktverfolgung aus früheren Epidemien stärker eingesetzt werden sollen.