Pawlik: Mehr Einsatz gegen Radikalisierung junger Menschen nötig

Natalie Pawlik, die Integrations- und Antirassismusbeauftragte der Bundesregierung, drängt auf gezieltere Vorbeugung gegen die Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen.

heute 14:31 Uhr | 2 mal gelesen

Radikalisierung, speziell im islamistischen Kontext, ist längst keine Randerscheinung mehr. Natalie Pawlik bringt es auf den Punkt: Man müsse Radikalisierungsprozesse so früh wie möglich erkennen – und vor allem aufhalten, bevor sie laufen gelernt haben. Extremistische Propaganda kann Kinder und Jugendliche heute jederzeit erreichen, sei es auf dem Pausenhof oder – und das ist die eigentliche Bedrohung – versteckt im digitalen Dickicht. Die Welt da draußen ist voller Versuchungen, einfacher Antworten und toxischer Vorbilder, und das Netz macht es extremistischen Gruppen wahnsinnig leicht, an die Jüngsten heranzukommen. Und Hand aufs Herz: Würdest du in deinen Teenager-Jahren jede Falle erkannt haben? Pawlik meint, dass digitale Prävention nicht bloß ein Schlagwort bleiben darf. Junge Menschen brauchen überzeugende, demokratische Angebote dort, wo Extremisten ihnen auflauern. Ein Spagat, denn Social Media ist eben kein behüteter Klassenraum. Aber auch dort, in Schulen, muss etwas passieren: Haltung im Alltag, Lehrpläne mit Haltung – und Lehrkräfte, die nicht wegschauen. Nicht nur Empörung und schöne Strategie-Konzepte, sondern eine dauerhafte Wachsamkeit gegenüber jeder Form von Extremismus oder Rassismus. Dazu gehört, das Lehrmaterial zu aktualisieren. "Vielfalt auf jeder Seite", könnte man fast denken – und vielleicht ist das der Anfang von Intervention, bevor aus Ahnungslosigkeit Agitation wird.

Pawlik fordert konkrete Maßnahmen zur Prävention von Radikalisierung – vor allem bei jungen Menschen, die über das Internet oder an Schulen besonders verwundbar sind. Neben schärferer Kontrolle von Plattformen, auf denen extremistische Inhalte kursieren, spricht sie sich auch dafür aus, dass Schulen und Bildungswesen eine proaktivere Rolle einnehmen. Nach aktuellen Meldungen aus BILD und Süddeutscher Zeitung gibt es einen besorgniserregenden Anstieg extremistischer Inhalte auf TikTok und Telegram, was die Einbindung digitaler Medienkompetenz und demokratischer Wertevermittlung noch dringlicher macht. Pawlik betont, dass Präventionsarbeit nicht allein Aufgabe des Staates ist, sondern auch zivilgesellschaftliches Engagement erfordert, wie jüngste Initiativen verschiedener gemeinnütziger Organisationen zeigen. Dabei wird zunehmend auf Interventionsteams an Schulen und Meldestellen im Internet gesetzt, um einen schnellen Zugriff auf problematische Inhalte zu ermöglichen.

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