Im Kern wirft die FDP dem CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz in seltener Klarheit mangelnde Führungsstärke und chaotisches Handeln vor – insbesondere im Hinblick auf die jüngsten Kabinettsumbesetzungen. Die Kritik entzündet sich vor allem an der, aus Sicht der Liberalen, unwürdigen Entlassung des Verkehrsministers Patrick Schnieder sowie der Berufung von Steffen Bilger, der wegen des gescheiterten Pkw-Maut-Projekts umstritten ist. Auch die Neubesetzungen im Gesundheitsressort (Carsten Linnemann) und bei der Fraktionsspitze (Thorsten Frei) stoßen bei FDP-Generalsekretär Hagen auf Unverständnis. Besonders diskutiert wird die Tatsache, dass die neuen Minister sofort eingesetzt werden, die formale Vereidigung aber Wochen auf sich warten lässt – was auch verfassungsrechtliche Fragen aufwirft. Inzwischen ist der Ton zwischen Union und FDP – ohnehin in einigen Sachfragen gereizt – weiter verschärft; für viele Beobachter ist das ein klares Zeichen für die zunehmenden Spannungen im sogenannten bürgerlichen Lager, insbesondere weil Merz nicht in der Lage scheint, politisches Personal konzertiert zu führen oder mitzureißen. Eigene Einschätzung: Die Personalpolitik wird gerade in Krisen eher zur Schwachstelle, als dass sie Stabilität spenden könnte. Mit jedem holprigen Wechsel steigt die Skepsis – nicht nur in Berlin, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit. Auffällig ist, wie sehr hier parteipolitische Konkurrenz durchbricht – ein offenes Wortgefecht, fast schon im Vorwahlmodus.