Wer dieser Tage durch die Hallen der Hannover Messe schlendert, merkt schnell: Das Thema Künstliche Intelligenz ist hier nicht bloß Trend, sondern Teil einer regelrechten Bewegung. Nach wie vor wird an generativen KI-Modellen geforscht, aber inzwischen wagen sich viele Unternehmen an konkrete Projekte – mit erstaunlicher Geschwindigkeit. 45 Prozent der befragten Industrieunternehmen gaben an, KI-Agenten bereits in Arbeitsabläufe wie Kundenservice, IT oder Produktion eingebunden zu haben. In der Pipeline – und das ist bemerkenswert – stehen insbesondere physische KI-Lösungen: Robotorarme, Maschinen mit eigenem Lernvermögen, ja, manchmal gar menschenähnliche Tüftler aus Blech und Draht, die zumindest in der Simulation schon ihre Runden drehen.
Die Führungskräfte, deren Antworten Microsoft über das Marktforschungsinstitut Techconsult eingeholt hat, machen keinen Hehl daraus, was ihrer Meinung nach entscheidend ist: Datenhoheit, eigenständige Industriestandards und ein Management, das den Wandel nicht aussitzt, sondern mitgestaltet. Interessant am Rande: Zwischen Euphorie und Skepsis herrscht eine unerwartet offene Gesprächskultur. Knapp ein Drittel gibt auch zu, in Sachen physische KI eher im Mittelfeld, vielleicht sogar hintendran zu sein. Hier tut sich also ein Spannungsfeld auf: Zwischen Pioniergeist und Nachholbedarf.
Erhellend fand ich persönlich, wie wenig die vielzitierte Angst vor Verdrängung am Fließband noch Thema ist. Wer heute über KI spricht, denkt eher an Möglichkeiten als an Umbrüche, an Chancen zur Effizienzsteigerung, weniger an Jobabbau. Aber, Hand aufs Herz: Wie sich das wirklich langfristig entwickelt? Da mag so mancher unterschwellig doch Zweifel haben.
Die deutschen Industrieunternehmen zeigen sich auf der Hannover Messe 2024 ambitioniert und zukunftsorientiert. Laut einer von Microsoft beauftragten Techconsult-Studie, in der über 1.000 IT-Entscheider*innen befragt wurden, setzen bereits fast die Hälfte der Betriebe KI aktiv ein, viele weitere experimentieren. Besonders wichtig aus Sicht der befragten Personen sind eigene Daten, Wettbewerbsfähigkeit und ein Management, das Künstliche Intelligenz offen fördert – noch wichtiger scheint jedoch der Wandel in der Unternehmenskultur. Ergänzend zu diesen Ergebnissen wird dies durch aktuelle Berichte (taz, FAZ, Zeit) gestützt: Besonders der Mittelstand bringt dynamische KI-Projekte auf den Weg. Gleichzeitig jedoch mahnen mehrere Stimmen, dass europäische Standards und Datensouveränität gewahrt bleiben müssen. Zahlreiche Artikel der letzten zwei Tage berichten von der Hannover Messe als Schaufenster für innovative KI-Lösungen, aber auch von Unsicherheiten hinsichtlich des Anschlusses an internationale Entwicklungen und der Frage, wie neue Technologien nachhaltig eingebunden werden können.