Nach geplatzten US-Verhandlungen: Irans Außenminister trifft Putin in Russland

Abbas Araghchi, der iranische Außenminister, reiste nach einem gescheiterten Dialog mit den USA weiter nach St. Petersburg – dort führte er ein Gespräch mit Russlands Präsident Putin.

heute 16:35 Uhr | 5 mal gelesen

Mitten in der aufgeheizten Atmosphäre diplomatischer Spannungen hat Irans Außenminister Abbas Araghchi nicht nur Moskau besucht, sondern sich direkt mit Präsident Wladimir Putin zusammengesetzt. Laut Agenturberichten lobte Putin das iranische Volk für seine Tapferkeit und nannte die iranische Verteidigung der eigenen Souveränität beispielhaft – eine durchaus markante Aussage in Zeiten, in denen Worte und Gesten viel bewirken können. Anscheinend will Moskau weiterhin enger an Teheran dranbleiben; Putins Angebot, alles für einen schnellen Frieden im Nahen Osten zu tun, dürfte vielen nicht nur als Höflichkeitsfloskel erscheinen, sondern vielmehr Signalpolitik mit tiefgehender Bedeutung sein.
Zuvor war Araghchi noch in Pakistan aktiv gewesen: Dort übergab er eine Liste iranischer Kernforderungen, etwa zum Atomprogramm und zur Meerenge von Hormus – Themen, die für Iran rote Linien darstellen. Die Aussagen nach dem Treffen mit den pakistanischen Gesprächspartnern klangen jedenfalls optimistisch, doch wie viel davon Taktik und wie viel ehrliche Einschätzung ist, bleibt unklar. Bevor es weiter nach Russland ging, machte Araghchi noch kurz Halt im Oman, der immer wieder als stiller, aber wichtiger Vermittler in der Region auftritt. Gerade, weil Iran und Oman beide an der sensiblen Straße von Hormus liegen, erscheint diese Konsultation als fast logischer Schritt.
Dass die Vereinigten Staaten einen Termin mit dem Iran abgeblasen haben – offensichtlich auf direkten Befehl von Präsident Trump – bringt zusätzlich Unruhe in das fragile Mosaik. Zeitgleich berichten US-Medien von einem neuen, angeblich iranischen Vorschlag: Demnach soll die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erst wieder gesichert werden, wenn Washington bereit ist, militärische Handlungen zu beenden – und das auch glaubhaft zuzusichern. Kein leichter Schritt, angesichts des gegenseitigen Misstrauens. Was sich in den kommenden Tagen daraus entspinnt, bleibt abzuwarten.

Die diplomatische Lage um den Iran hat sich weiter zugespitzt, nachdem Gespräche mit den USA ins Leere liefen und die Spannungen in der Straße von Hormus wuchsen. Russland und der Iran betonen öffentlich ihren Schulterschluss, während Iran westlichen Staaten Bedingungen für eine Entspannung stellt; gleichzeitig bleibt der Oman eine wichtige stille Vermittlungsinstanz in der Region. Neuere Entwicklungen legen nahe, dass Teheran mittlerweile von Washington verlangt, den Militäreinsatz im Nahen Osten zu beenden und Garantien für Stabilität zu geben, bevor über Zugeständnisse bei der wichtigen Seehandelsroute gesprochen wird.

Weitere aktuelle Recherchen zeigen, dass Russland und Iran ihre Militärkooperation im Zuge der Ukraine- und Nahostkrise offenbar weiter ausbauen: Erst jüngst tauschten sie erneut Militärtechnologien aus (Quelle: [tagesschau.de](https://www.tagesschau.de)). Zugleich berichten internationale Beobachter, dass die Angst vor einer Ausweitung des Nahostkonflikts steigt, weshalb kleinere Golfstaaten – wie Oman – vermehrt als Vermittler auftreten. Die EU hält sich derweil offiziell zurück, positioniert sich aber mediativ und signalisiert Gesprächsbereitschaft, sofern es um Deeskalation und Sicherheit in der Straße von Hormus geht.

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