Hagel-Atlas: Leipzig bleibt Hotspot – Süden besonders anfällig, aber Überraschungen bei Großstädten

Der Hagel-Atlas 2026 wirbelt die Statistik der deutschen Wetterextreme auf: Während Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen erneut hohe Schäden vermelden, setzt sich in der Liste der Großstädte Leipzig zum dritten Mal in Folge an die Spitze. Überraschend: Auch Dortmund und München tauchen dieses Mal vorn auf.

heute 10:00 Uhr | 2 mal gelesen

Schaut man in die aktuelle Auswertung der Verti-Versicherung, schneidet – kaum überraschend und fast schon stoisch – der Süden Deutschlands besonders schlecht ab, was Hagelschäden angeht. Doch Leipzig bricht gewissermaßen das Süd-Bias-Muster und landet erneut auf Platz 1 unter den Großstädten. Zumindest hier bleibt kein Stein auf dem anderen: In Sachen Städte gibt es ziemlich kräftig durchgemischte Ergebnisse, während sich bei den Bundesländern wenig bewegt. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern – es klingt fast wie bei der Fußball-Bundesliga – belegen die vorderen Ränge bei den Schadenmeldungen. Ganz oben im Norden, bei Bremen und Co., bleibt es dagegen verhältnismäßig ruhig.

Was auffällt: Leipzig hielt die Spitzenposition über mehrere Jahre, während Dortmund und München geradezu ins Bild hereinplatzen, nachdem sie im Vorjahr gar nicht in den Top 5 auftauchten. Das zeigt, wie sehr lokale Wetterlagen den Ausschlag geben. Alexander Held von Verti hebt das Unvorhersehbare der Sache noch einmal hervor: Heute Leipzig, morgen vielleicht Dresden – sicher ist nur: Nichts ist sicher.

Der Rückgang der Schäden im Vergleich zu den Rekordjahren zeigt sich übrigens deutlich – etwas mehr als 43% weniger Meldungen 2025 im Vergleich zum Vorjahr. Aber: Experten mahnen, das sei Zufall, keine Entwarnung. Die Gefahr nimmt langfristig zu, auch, wenn es einzelne „ruhigere“ Jahre gibt.

Und der praktische Hinweis zwischendurch: Wer keine Kaskoversicherung hat, steht nach einer Hagelattacke leicht mit vierstelligen Beträgen da. Eine kleine Delle kann da schnell ins Geld gehen, je nach Automarke und betroffenem Teil. Daher der nüchterne Ratschlag: Versicherung prüfen, Auto im Zweifelsfall schützen und das Wetter immer im Auge behalten. Ganz nebenbei: Infografiken und konkrete Tipps gibt’s auf der Verti-Website zum Download.

Der brandaktuelle Hagel-Atlas belegt einmal mehr: Deutschlands Süden ist und bleibt ein Hagel-Magnet, auch wenn Leipzig bei den Großstädten den Spitzenplatz verteidigt. Während sich die Top-Bundesländer (Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern) kaum abwechseln, zeigt ein Blick auf die Großstädte mehr Dynamik – Leipzig dominiert, doch Dortmund und München überraschen. Der starke Rückgang der Schäden 2025 ist laut Experten ein Ausreißer, nicht die Wende – strukturell bleibt das Risiko von Extremwetter und Hagel hoch, weshalb adäquater Versicherungsschutz, wie eine Kaskoversicherung, empfohlen wird.

Internet-Recherche (Ergänzung): In mehreren aktuellen Berichten, unter anderem von der Süddeutschen Zeitung und Zeit Online, wird betont, dass der Juni 2024 deutschlandweit bereits außergewöhnlich viele schwere Unwetter brachte, vor allem im Süden und Westen, und die Versicherer Millionenleistungen zu stemmen hatten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sieht in der Kombination von Starkregen, Hagel und Sturmböen eine real wachsende Bedrohung für Infrastruktur und Privatbesitz. Meteorologen warnen verstärkt davor, dass klimatische Veränderungen die Unwetterlage zuspitzen, besonders weil warme, feuchte Sommerlagen häufiger und intensiver werden.

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