Manchmal frage ich mich, ob Bahnfahren früher wirklich entspannter war oder ob in Wahrheit einfach weniger Aufhebens gemacht wurde, wenn jemand aufbrauste. Heute jedenfalls rütteln große, auffällige Plakate mit Sätzen wie "Die Würde des Menschen ist unantastbar – Auch für alle in Uniform" an unseren Gewissen, wenn wir durch die Bahnhöfe hasten. Hintergrund sind laut Bahn steigende Angriffe auf Zugpersonal – eine Entwicklung, die wohl niemandem entgangen sein dürfte.
Nicht zuletzt der Tod eines Zugbegleiters, Serkan Calar, hat ein erschütterndes Schlaglicht auf das Thema geworfen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zeigte sich betroffen: "Es schockiert mich immer noch, was passiert ist." Mit der neuen Kampagne benennt die Bahn das Problem klar: Egal ob Verspätung, Kontrolle oder Uniform – Respekt ist nicht verhandelbar. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist aber offenbar nötig.
Bahnvorständin Evelyn Palla findet deutliche Worte: "Respekt ist die Voraussetzung für Sicherheit. Wir zeigen damit, dass Gewalt keinen Platz bei uns hat." Neben diesen klaren Ansagen werden Taten folgen – immerhin laufen seit kurzem 2.000 Bodycams auf Deutschlands Schienen und schon bald soll es Tonaufzeichnungen geben. Der Test startet noch dieses Jahr. Ob es hilft? Darüber mag man diskutieren: Manche finden diese Pläne schlüssig, andere sind skeptisch.
Übrigens wurde auch beim lokalen Nahverkehr angesetzt: Doppelbesetzte Teams und mittlerweile 5.000 Sicherheitskräfte auf dem Boden. Klingt erst mal nach viel, aber viele Mitarbeitende geben an, sich immer noch unsicher zu fühlen – ein Kampf, der wohl Geduld und manchmal langen Atem braucht.
Angesichts zunehmender Übergriffe auf Bahnmitarbeitende setzt die Deutsche Bahn auf eine neue Kampagne für mehr Respekt und Sicherheit im Zugverkehr. Neben Plakaten tritt auch verstärkt Technik auf den Plan: Bis 2026 sollen alle mit Kundenkontakt ausgestatteten Mitarbeitenden – sofern gewünscht – mit Bodycams arbeiten, und es werden bald Tonaufnahmen getestet, um Vorfälle besser belegen zu können. Seit dem Sicherheitsgipfel wurden nicht nur die Sicherheitskräfte von 4.500 auf 5.000 Personal aufgestockt, sondern auch Projekte wie Doppelbesetzungen im Regionalverkehr gestartet, wobei die ersten Erfahrungen gemischte Resonanz zeigen. Erst unlängst berichteten mehrere Medien, dass die Deutsche Bahn im Bereich Gewalt- und Übergriffsmeldungen Höchststände verzeichnet, was die aktuelle Dringlichkeit der Maßnahmen unterstützt. Nach Recherchen von TAZ und FAZ gelten solche Konzepte als sinnvoll, werden aber auch aus Datenschutzsicht kritisch gesehen. Insgesamt ist die Debatte zu einem gesellschaftlichen Symbol geworden: Wie viel Schutz brauchen Beschäftigte in öffentlichen Diensten tatsächlich, und wie balanciert man das gegen die Freiheitsrechte der Fahrgäste? Viele Stimmen aus der Belegschaft fordern mehr als Technik – sie wünschen sich auch öffentliche Rückendeckung gegen Respektlosigkeit und Hetze.