Düngemittelpreise im Garten vor neuem Höhenflug?

Hobbiegärtner müssen sich auf steigende Kosten für mineralische Dünger einstellen – nicht zuletzt wegen globaler Krisenherde und angespannten Lieferketten.

heute 09:35 Uhr | 3 mal gelesen

Stephan Engster, Geschäftsführer der Firma Compo, rechnet laut einem Bericht im 'Spiegel' damit, dass sich die Preise für mineralische Flüssigdünger schon bald spürbar erhöhen könnten. Momentan kostet ein Liter noch um die 12 Euro, aber schon im nächsten Jahr könnte die Preisskala auf 13 bis 14 Euro klettern, so Engster. Interessanterweise scheint der aktuelle Markt jedoch besser gewappnet als erwartet, da viele Hersteller die notwendigen Rohstoffe längst geordert hätten – ein plötzlicher Preisschock bleibt vorerst also aus. Dennoch macht besonders die Logistik Sorgen: Die hohen Spritpreise treiben die Transportkosten nach oben, wodurch auch die Lieferanten unter Druck geraten. Wer jetzt große Vorräte im Baumarkt bunkern will, wird aber vermutlich noch fündig; die Regale sind meist gut gefüllt. Ein spannender Nebenaspekt: Die letzten Jahre haben den Wunsch nach Bio-Produkten in den Gärten der Deutschen rasant wachsen lassen – pandemiebedingte Gartenfreude und die Ukraine-Krise inklusive. Laut Engster setzt man bei Compo mittlerweile ohnehin schon überwiegend auf Bio, der Markt wächst rasant. Klingt wie ein neuer Trend, ist aber vor allem eine Folge der globalen Unsicherheiten – und wer hätte gedacht, dass die Weltpolitik so direkt auf den eigenen Komposthaufen wirkt?

Viele Gärtner in Deutschland könnten demnächst tiefer in die Tasche greifen müssen, wenn es um mineralischen Dünger geht – ausgelöst durch politische Verwerfungen wie den aktuellen Konflikt im Iran, erschwerte Lieferprozesse wegen hoher Dieselpreise und generelle Blockaden in den Handelswegen. Der Preisanstieg ist laut Marktführern zwar erst für kommende Saisons zu erwarten, wirkt aber jetzt schon als Preistreiber im Kopf der Verbraucher. Gleichzeitig rückt Bio-Dünger immer weiter in den Fokus: Die organische Alternative verzeichnet zweistellige Wachstumsraten, was sowohl mit Pandemie-befeuerten Gartenbooms als auch mit einer wachsenden Skepsis gegenüber klassischen, erdölbasierten Produkten zusammenhängt. Weitere Entwicklungen: Nach aktueller Recherche zeichnen sich auf dem Dünger- und Gartenmarkt neue Trends ab, darunter die verstärkte Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten und ein wachsendes Bewusstsein für Umweltrisiken von Chemiedüngern. Inzwischen diskutieren Verbände und Politik, wie man die Abhängigkeit von internationalen Lieferanten reduzieren und die Produktionsbedingungen für heimische Düngemittel verbessern kann. Einige Quellen sprechen sogar von einer dauerhaften Umstellung der Hobbygärtner auf selbstgemachte Komposte oder pflanzliche Alternativen, die nicht nur ressourcensparend, sondern auch klimafreundlicher sein sollen.

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