Soziale Arbeit muss mehr sein als die Aufrechterhaltung von Alltagsabläufen und das Stopfen gesellschaftlicher Lücken. Echte Weiterentwicklung beginnt mit einer Haltung, die sich nicht scheut, neue Fragen zu stellen, auch dahin zu schauen, wo es unbequem wird. Vielleicht liegt darin, in dieser produktiven Neugier, die eigentliche Kraft der Sozialen Arbeit – heute fast noch mehr als zu Arlts Zeiten.
150 Jahre Ilse Arlt – und immer noch so frisch wie ein Frühling nach langem Winter. Beim Social Work Science Day 2026 wurde der Diskurs rund um ihre Pionierleistungen „weiterspaziert“: Was können wir aus Arlts Lebenswerk mitnehmen, wenn die Herausforderungen an soziale Inklusion weltweit wachsen? Einfache Antworten gibt es, das war im Saal spürbar, keine – und vielleicht ist das auch gut so.
„Wo die Preise steigen, die Sicherheiten wackeln und Hindernisse Menschen ausschließen, wird die Suche nach Lösungen dringend. Die Soziale Arbeit ist aber kein bloßes Pflaster: Sie muss an den Strukturen rütteln, Ursachen ans Licht holen und Interventionen entwickeln, die langfristig greifen“, so Michaela Moser, Dozentin und ein bisschen auch die Gedächtnisstütze des Ilse Arlt Instituts in St. Pölten.
Arlts Spuren fanden sich überall – von der Keynote „Armutsprävention statt Armenpflege“ bis in die kleineren Workshops. Arlt, so wurde klar, wollte nicht einfach lindern, sondern verhindern. Sie plädierte für eine durchdachte Sozialarbeit, die echten Wandel befördert und gleichzeitig Teilhabe erleichtert.
Prall gefüllt war das Programm: Studierende präsentierten ihre Projekte behelfsmäßig an Pinnwänden und in kleinen Gruppen – und vielleicht lag in dieser improvisierten Atmosphäre sogar mehr Aufbruch als in so manchem perfekten Vortrag. Der Draht zwischen Theorie und Praxis schien zum Greifen nah.
Besonders spannend waren Einblicke in laufende Forschungsprojekte aus dem Department Soziales und dem Center for Digital Health and Social Innovation zu Demokratie, Vielfalt und neuen Methoden. Alte Gewissheiten wurden da schon mal ganz leise beiseitegeschoben, Platz gemacht für Diskurs und Unsicherheit. Digitalisierung, Teilhabe, Verschiebungen in den Lebenswelten – all das wollte neu gedacht werden.
Ein Satz blieb hängen: „Anpassung reicht nicht. Kämmen wir bloß die Oberfläche, bleiben die tieferen Machtverhältnisse unangetastet.“ Oder, um im Alltagsbild zu bleiben: Es geht nicht nur um barrierefreie Türen, sondern um die Frage, wem eigentlich das Haus gehört.
Der Social Work Science Day bringt jedes Jahr Forschung, Lehre und Praxis ins Gespräch. Das Ilse Arlt Institut spürt in den Feldern Partizipation, Gesundheits- und Sozialfürsorge sowie Professionalisierungsfragen neuen Wegen nach. Wer mehr wissen will – siehe swsd.ustp.at. Und ein paar bunte Eindrücke aus dem Unialltag? Gibt’s auf der Hochschulplattform. Manchmal sagt ein Schnappschuss wirklich mehr als seitenlange Protokolle.
Der Social Work Science Day 2026 in St. Pölten stellte Ilse Arlt und ihr forschendes, kritisches Verständnis Sozialer Arbeit ins Zentrum. Diskutiert wurde, wie Sozialarbeit Wirklichkeit erforscht und so gesellschaftliche Transformationen gestaltet, etwa durch Beteiligung, Vielfalt und innovative Methoden. Die Herausforderungen von Inklusion, Digitalisierung, sozialen Krisen und Armut wurden praxisnah vertieft; dabei wurde deutlich, dass Sozialarbeit sich nicht mit Symptombekämpfung zufriedengeben darf, sondern an Machtgefügen und Systemgrenzen ansetzen sollte – so die Forderung vieler Beteiligter. Weitere Details aus aktuellen Quellen im Netz: Viele Zeitungen und Onlinemedien berichten derzeit verstärkt über prekäre Lebenslagen, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft und die Rolle der Sozialen Arbeit in Transformationsprozessen. Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Zeit diskutieren Wissenschaft und Praxis neue Antworten darauf, wie soziale Inklusion erhalten werden kann, während ökonomischer und digitaler Druck wächst. Besondere Aufmerksamkeit galt zuletzt der Frage, wie Beteiligung und Partizipation im Sozialbereich gestärkt werden können, etwa durch innovative Forschung und digitale Tools. Der Social Work Science Day greift damit topaktuelle gesellschaftliche Debatten auf, etwa über Teilhabe, Armut, Marginalisierung oder Digitalisierung und wirbt für eine offene, erforschende Grundhaltung, die Kritik und Wandel auch gegen Widerstände ins Zentrum rückt.