Schuster betont mit Nachdruck, der Staat stehe in der Pflicht, seine jüdischen Mitbürger wirksam zu schützen – und fordert dafür einen gesetzlichen Rahmen, der auch Abschiebungen ermöglicht, wenn Gewalt gegen Leib und Leben im Spiel ist. Mehr noch: Für Delikte, die Israels Existenzrecht absprechen oder offen judenfeindlich sind, solle das Strafrecht deutlich zugespitzt werden. Er warnt, zu milde Urteile kämen einer Einladung gleich, die Tat zu wiederholen – schließlich gingen Täter zu oft als 'freie Menschen' nach Hause. Interessanterweise hinterfragt Schuster auch seine 2015 geäußerten Sorgen zur Zuwanderung aus Syrien. Die aktuelle Entwicklung sei vielschichtiger, als er damals erwartete – Antisemitismus speise sich heutzutage aus verschiedensten Quellen: von radikalen Rechten, über linke Gruppen bis hin zu islamistisch geprägten Kreisen. Was ihm Sorge bereitet: Durch Zuwanderung können nicht nur neue Ressentiments entstehen, sondern auch bestehende Vorurteile, vor allem am rechten Rand, verstärkt werden. Aber auch der traditionelle, in Teilen der Mehrheitsgesellschaft tief verwurzelte Antisemitismus bleibe das eigentliche Grundrauschen. Die Gemengelage aus verschiedenen Lagern erschwert laut Schuster jeden Lösungsansatz. Der Zentralratschef richtet den Blick zudem auf muslimische Gemeinden: Viele stünden unter dem Einfluss der Türkei und von Ditib, und seiner Ansicht nach fehlt es an echtem, hörbarem Widerspruch gegenüber judenfeindlichen Einstellungen. Oft sei das Thema intern gar kein Thema – obwohl er ausdrücklich darauf hinweist, dass nicht jeder Muslim antisemitisch ist. Seine Erwartung: Muslimische Verbände sollen offen gegen Antisemitismus Stellung beziehen und Solidarität zeigen, gerade vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen mit Ausgrenzung. Abschließend beklagt Schuster, jüdisches Leben sei heute noch stärker unter Druck – bei den Jüngeren gebe es tatsächlich Überlegungen, das Land zu verlassen, und viele Gemeinden zögen sich ins Private zurück. Polizeischutz als Dauerzustand – das ist für ihn traurige Realität.
Schuster verlangt, dass antisemitische Gewalt durch ausländische Täter härter geahndet wird, im Zweifelsfall auch durch Ausweisung. Er verweist auf die Vielschichtigkeit des heutigen Antisemitismus, der sowohl durch Rechtsextremismus als auch durch Linksextreme und islamistische Strömungen genährt wird. Besonders kritisiert er die Passivität muslimischer Gemeinden und fordert öffentliches Engagement gegen Judenhass. Zwar erkennt Schuster an, dass nicht alle Muslime antisemitisch seien, allerdings nehme er zu wenig offenen Widerstand wahr. Die Entwicklung nach dem 7. Oktober 2023 – dem Pogrom der Hamas in Israel – habe dazu geführt, dass jüdisches Leben in Deutschland sichtbar unter Druck geraten ist, viele Gemeinden verlagerten Aktivitäten ins Private und hoffen kaum noch auf Zeiten ohne Polizeischutz. Laut aktuellen Berichten wächst die Sorge um die Sicherheit jüdischer Menschen weiter; zuletzt gab es einen Anstieg antisemitisch motivierter Straftaten in Deutschland. Auch die Bundesregierung hat verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt, gleichzeitig mahnen jüdische Organisationen weitergehende gesellschaftliche und bildungspolitische Maßnahmen an. Aktuelle Medienberichte heben hervor, dass die gesellschaftlichen Fronten verhärtet sind und sich viele Juden tatsächlich wieder mit Emigrationsgedanken beschäftigen.