Eine starre Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ist aus Börsch-Supans Sicht kurz- bis mittelfristig unsinnig, da die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland nur langsam zunimmt. Stattdessen empfiehlt er, flexible Modelle individuell an die Lebens- und Arbeitsrealität anzupassen, wobei er stärkere Abschläge für Frühverrentung befürwortet. Auch weist Börsch-Supan auf immense finanzielle Herausforderungen durch aktuelle Rentenentscheidungen hin, insbesondere die Haltelinie und die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren – Maßnahmen, die den Generationenvertrag extrem belasten könnten. Neue Entwicklungen: In jüngsten Diskussionen etwa auf dem 18. Deutschen Seniorentag und laut aktuellen Berichten warnen Politiker und Gewerkschaften vor schnellen Anhebungen des Rentenalters, fordern aber parallel umfangreiche Reformen, um das Rentensystem langfristig zu finanzieren. Die Bundesregierung plant laut Medienberichten eine moderate Anpassung des Renteneintrittsalters gekoppelt an die reale Lebenserwartung, wobei zugleich das Ziel verfolgt wird, die Erwerbsbeteiligung Älterer zu erhöhen. Nach Recherchen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) birgt insbesondere eine Abschaffung der Rente ab 63 ökonomisches Potenzial, da laut Berechnungen bis zu 600.000 Fachkräfte länger arbeiten und damit das Beitragsaufkommen spürbar steigen könnten.