CDU-Politiker Wadephul will Syrern Rückkehr nach Syrien ermöglichen

Johann Wadephul von der CDU fordert, es solle mehr syrischen Geflüchteten die Heimkehr erlaubt werden.

heute 01:03 Uhr | 1 mal gelesen

Johann Wadephul, ein CDU-Politiker mit Außenamt-Ambitionen, hat der Funke-Mediengruppe erklärt, das Ziel müsse sein, einer beträchtlichen Zahl von syrischen Kriegsvertriebenen die Möglichkeit zur Rückkehr nach Syrien zu verschaffen. Seiner Ansicht nach hängt dies vor allem am Fortschritt beim Wiederaufbau des Landes – je besser die wirtschaftlichen Strukturen funktionieren, desto eher könne Stabilität einkehren, sagt Wadephul, der sich auch einen gewissen Optimismus nicht ganz verkneifen kann. Die Bundesregierung unterstütze demnach eine Entwicklung, bei der die Rechte aller Syrer gesichert wären – dies sei ein entscheidendes Kriterium für einen zukünftigen normalen Alltag. Allerdings gibt es Tücken: „Syrien ist längst nicht überall sicher und der damalige Staat kann bis heute keine Kontrolle über alle Landesteile ausüben“, räumt Wadephul offen ein. Nach wie vor sei also Vorsicht geboten und die Lage ist fragil, vor allem außerhalb städtischer Regionen. In einem Interview erinnert sich Wadephul an eine Reise nach Syrien. Damals sagte er, kaum jemand könne dort in Würde leben – bezog sich jedoch speziell auf einen Stadtteil von Damaskus. Dies habe, wie er heute anmerkt, keine Allgemeingültigkeit für ganz Syrien. Wer sich außerdem in Deutschland integriert, Deutsch spricht und arbeitet, dürfe zurecht bleiben — viele Arbeitgeber schätzten das Engagement syrischer Mitarbeitender, meint Wadephul. Diejenigen, die besonders erfolgreich ankommen, könnten mittelfristig sogar die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. Ist das eine Lösung für alle? Fraglich. Es bleibt sowieso noch viel zu tun.

Wadephul setzt sich für die Rückkehr vieler Syrer aus Deutschland nach Syrien ein, sieht aber Hürden in der Sicherheitslage vor Ort und im Stand des Wiederaufbaus. Er betont die politische Verantwortung, die Rechte aller Syrer zu schützen – ein langfristiges Ziel, das derzeit noch nicht überall realistisch erscheint. Als Perspektive für Bleiberecht hebt er gelungene Integration in Deutschland hervor: Wer hier ein neues Zuhause gefunden, Deutsch gelernt und gearbeitet hat, soll Chancen auf Einbürgerung bekommen. Bei aktuellen Recherchen zeigt sich: Syrien bleibt ein Land mit enormen humanitären Problemen, viele Regionen sind nach wie vor umkämpft oder unter autoritärer Kontrolle. Menschenrechtsorganisationen und EU-Institutionen sind daher kritisch gegenüber pauschalen Rückkehrplänen, da in vielen Teilen Syriens staatliche Repression, Verfolgung oder wirtschaftliche Not weiter das Leben bestimmen. Laut jüngsten UN-Berichten ist ein sicherer und würdevoller Wiederaufbau bislang nur sehr begrenzt gegeben; viele Flüchtlinge schildern große Angst vor Verfolgung oder Armut. Dennoch gibt es in Politik und Teilen der Gesellschaft Stimmen, die über schrittweise Rückführungen diskutieren, falls die Lage sich verbessert – wie auch das aktuelle Beispiel zeigt.

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