Ergo plant schrittweisen Abbau von etwa 1.000 Stellen bis 2030

Bis 2030 möchte die Versicherungsgesellschaft Ergo jährlich rund 200 Arbeitsplätze in Deutschland reduzieren – ohne betriebsbedingte Kündigungen.

heute 14:51 Uhr | 3 mal gelesen

Laut einer Einigung zwischen Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen – nachzulesen im aktuellen 'Handelsblatt' – sollen bei Ergo bis 2030 in Deutschland etwa 1.000 Jobs wegfallen. Die Entlassungen kommen jedoch nicht auf einen Schlag, sondern verteilen sich über sieben Jahre. Das Wichtigste dabei: Man will keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Ergo, das derzeit fast 17.000 Leute im Land beschäftigt, sieht sich durch KI, demografische Veränderungen und einen unsicheren Markt unter Druck gesetzt. Lena Lindemann, Personalvorständin, betont, dass künstliche Intelligenz Aufgaben schneller übernimmt und darum nicht mehr alles von Menschen gemacht werden muss. Der Abbau läuft insbesondere über Attrition, also natürliche Fluktuation, Frühverrentung und Freiwilligenprogramme ab – möglichst sozialverträglich. Freiwilligkeit bleibt das Leitmotiv, wie Lindemann unterstreicht: „Keiner muss gehen, der nicht möchte.“ Zeitgleich setzt das Unternehmen stärker auf Qualifizierung. So entstehen allein dieses Jahr rund 260 von insgesamt 500 geplanten Umschulungsangeboten ('Reskilling-Plätze'), damit Beschäftigte für künftige Rollen fit gemacht werden. Ergo ist Teil der Munich Re und soll mithelfen, bis 2030 insgesamt 600 Millionen Euro einzusparen. Das Ziel für 2024 ist stolz: 6,3 Milliarden Euro Nettogewinn für die Unternehmensgruppe, davon entfallen rund 900 Millionen auf Ergo. Ob das alle Mitarbeiter wirklich beruhigt?

Ergo setzt auf einen sozial verträglichen Stellenabbau bis zum Jahr 2030 – dies betrifft jährlich rund 200 Jobs, quer durch verschiedene Unternehmensbereiche. Im Vordergrund stehen Anpassungen an ein sich rasch wandelndes Umfeld, getrieben durch technologische Innovationen wie KI sowie den demografischen Wandel. Insbesondere Wirtschaftsportale und Branchenmedien sehen die Maßnahme als Zeichen für den Trend, die Versicherungsbranche effizienter und digitaler umzugestalten: Mitarbeiter werden verstärkt auf neue Kompetenzen geschult, um langfristig weiterhin eine Rolle zu spielen. Die Gesamtstrategie ist Teil eines größeren Sparprogramms der Konzernmutter Munich Re. In aktuellen Medienberichten wie etwa auf www.sueddeutsche.de und www.zeit.de finden sich Stimmen von Arbeitnehmervertretern, die betonen, dass die Qualifizierungsangebote entscheidend dafür seien, wie gut der Wandel letztlich gelingen kann. Die Ankündigung wurde gleichzeitig mit einer Anpassung der Gewinnziele und Umsatzerwartungen kommuniziert. Verschiedene Stimmen bewerten die Stoßrichtung insgesamt als unausweichlich vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbsdrucks durch digitale Anbieter und international veränderte Rahmenbedingungen.

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