Rüstungsmarkt im Aufwind: Staatliche Nachfrage treibt Preise in die Höhe

Guntram Wolff, Ökonom und Kenner der Verteidigungsindustrie, warnt vor einer Preisexplosion im Rüstungsbereich – getrieben von hoher staatlicher Nachfrage und gelockerten Haushaltsregeln.

heute 21:15 Uhr | 7 mal gelesen

Manchmal fragt man sich, wofür eigentlich all diese neuen Zahlen auf den Preisschildern stehen, besonders wenn es um Panzer & Co. geht. Guntram Wolff hat dazu eine klare Meinung: Sobald Ministerien rasch riesige Summen ausgeben müssen – und Schuldenbremsen wenig zählen –, treibt das die Preise. Für das große Ganze, wie beim Wocheneinkauf, fehlt dem Militärsektor allerdings ein umfassender Preisindex. Jüngste Analysen des Kiel Instituts zeigen, dass die Preisentwicklung je nach Produkt wild schwankt: Während Geländefahrzeuge innerhalb weniger Monate satte Preissprünge machen (von 2,9 auf über 4 Millionen), sinken bei größerer Menge plötzlich die Stückkosten – etwa bei Kampfpanzern vom Typ Leopard oder bei Artilleriemunition. Wettbewerbsdruck scheint der beste Preisbremser zu bleiben, doch gerade beim Direktkauf oder wenn der Markt kleiner ist, heizen politische Eile und fehlende Konkurrenz die Kosten weiter an. Nicht ohne Grund schüttelte der Bundesrechnungshof kürzlich den Kopf über fragwürdige Vergabepraxis und warnte: Das neue Schnellbeschaffungsgesetz der Bundeswehr birgt noch mehr Inflation im Rüstungsdschungel. Skurril eigentlich: Mehr Tempo beim Einkauf kann bedeuten, weniger Wert fürs Geld zu bekommen. Ein Widerspruch, der in den nächsten Haushaltsdebatten wohl noch Wellen schlagen wird.

Die starke staatliche Nachfrage nach Rüstungsgütern, unterstützt durch Ausnahmen bei der Schuldenbremse, treibt aktuell die Preise in der deutschen Verteidigungsindustrie nach oben. Während größere Stückzahlen und internationaler Wettbewerb – etwa bei Artilleriemunition – zu Preisnachlässen führen, schlagen Einzelvergaben, Zeitdruck und die Eile der Politik bei weniger umkämpften Produkten oft teuer zu Buche. Experten warnen zudem, dass Schnellverfahren bei der Vergabe, die eigentlich für mehr Effizienz sorgen sollen, am Ende Preissteigerungen begünstigen; aktuelle Nachrichtenquellen unterstreichen die Brisanz mit Berichten über gestoppte Beschaffungsvorhaben und fortgesetzte Kritik an der staatlichen Einkaufspolitik. Aktuelle Ergänzungen aus dem Netz: Die Bundesregierung plant, angesichts der zunehmenden Sicherheitslage in Europa, über das Sondervermögen Bundeswehr weitere Großprojekte zu finanzieren, was unter Experten Sorgen hinsichtlich einer nachhaltigen Kostenkontrolle verstärkt (Quelle: [www.faz.net](https://www.faz.net)). Gleichzeitig rufen Wirtschaftsverbände wie der BDI zu investitionsfreundlichen Bedingungen und stärkerer Einbindung europäischer Partner bei der Rüstungsbeschaffung auf, um Preistreibereffekte abzumildern (Quelle: [www.spiegel.de](https://www.spiegel.de)). Zudem werden laut neuesten Berichten Diskussionen über einen europäischen Rüstungspreisindex lauter, der für mehr Transparenz in der Branche sorgen und Auswirkungen von Sondereinflüssen wie Krieg oder plötzlichem Investitionsdruck sichtbar machen soll (Quelle: [www.zeit.de](https://www.zeit.de)).

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