Der Streit um die Zukunft der Schuldenbremse spaltet Regierung und Opposition – und selbst innerhalb der Parteien ist die Diskussion hitzig und voller politischer Symbolkraft. Während Vertreter der SPD auf die Notwendigkeit flexibler Regeln für Investitionen pochen, will die Union, angeführt durch einen möglichen JU-Beschluss, keinerlei weitere Aufweichung zulassen. Im Kern steht die Frage: Wie schafft es Deutschland, in schwierigen Zeiten wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht den Anschluss zu verlieren, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden? Aktuell verunsichert die Unbeweglichkeit der Schuldenbremse zahlreiche Kommunen und Bundesländer, da ihnen in wichtigen Bereichen wie Bildung, Energie oder Digitales die Mittel für dringend nötige Investitionen ausgehen; das Thema heizt damit nicht nur Parteitage, sondern auch gesellschaftliche Debatten an. Laut neuerer Berichte wächst der Druck auf die Regierung, die Schuldenbremse durch Ausnahmen, wie sie bereits für Bundeswehr und Infrastruktur greifen, weiter aufzuweichen oder ganz neu zu denken. Mehrere Ökonomen, Journalist:innen und Politiker:innen verweisen auf die internationale Entwicklung, wo andere Länder viel aktiver investieren, während Deutschland Gefahr läuft, sich zu lähmen – weil die Schuldenbremse, so wie sie aktuell interpretiert wird, zum Hemmschuh für notwendige Erneuerungen wird. Und das alles vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig hohe Unsicherheit an den Märkten sowie ein wachsender Investitionsstau für zusätzlichen politischen Druck sorgen.