Es gibt Fälle, bei denen man als Zuschauer instinktiv merkt: Da steckt mehr dahinter. So einer ist 'Tatort – Sashimi Spezial'. Gleich zu Beginn taucht Fahrradkurier Marc Weinert spätabends im Präsidium auf, offenbar geplagt von etwas, das er loswerden muss. Doch Johanna Stern, um ehrlich zu sein, auch nicht gerade in Bestform, erkennt die Dringlichkeit nicht und muss mit ansehen, wie Weinert wenig später überfahren wird – Fahrerflucht. Schon wieder so eine hässliche Geschichte im Dunst zwischen Stadtverkehr und Lieferstress. Lena Odenthal und Johanna nehmen das Unglück nicht als gegeben hin. Merkwürdig: Helm-Kamera verschwunden, Tablet weg, Kollegen auffallend schweigsam – Unfall oder mehr? Johanna entscheidet sich spontan, beim Kurierdienst Velopunks undercover zu gehen. Keine Routine, eher ein Sprung ins eiskalte Wasser. Lenas Zustimmung? Mehr ein Abnicken – und ein Vertrauensvorschuss, der nicht ganz ohne Risiko ist. Während Johannas Beinmuskeln brennen, taucht sie in die raue Welt der Lieferdienste ein. Teamgeist, Misstrauen, Existenzdruck. Das alles bringt kaum Luft zum Atmen, und manchmal wirbelt der Sog aus Konkurrenz, Idealismus und halblegalen Deals die Wahrheit kräftig durcheinander. Lena und ihr Team graben parallel in Geschäftsbeziehungen, immer auf der Suche nach einer Spur, die den Unfall als Teil eines größeren Puzzles erscheinen lässt. Und ehrlich, die Realität da draußen – ständiger K(r)ampf um Platz zwischen Blechlawinen und roten Ampeln – wirkt plötzlich bedrohlich real.
„Sashimi Spezial“ ist ein frischer Fall für das Ludwigshafener „Tatort“-Team: Nach dem mysteriösen Tod eines Fahrradkuriers nehmen Johanna Stern und Lena Odenthal die Ermittlungen auf und müssen sich bald fragen, ob sie einer gezielten Tat auf der Spur sind. Der Film zeigt die besondere Dynamik selbstverwalteter Kurierdienste, den gnadenlosen Wettbewerb der Branche und die nicht ungefährlichen Grauzonen, in denen sich mancher liefert. Bemerkenswert ist das neue tatortgame.de, das diesmal mit entscheidungsreichen Interaktionen und unterschiedlichen Spielausgängen erweitert wurde – das Publikum kann so noch intensiver in die Ermittlerrolle schlüpfen. Ergänzend bleibt zu sagen: Radfahrende Kurierdienste stehen aktuell gesellschaftlich im Fokus, besonders was ihre oft prekären Arbeitsbedingungen angeht, wie verschiedene Medien resümieren. Jüngste Berichte – etwa bei taz.de – greifen ebenfalls das Thema Lieferdienst-Konkurrenz im urbanen Raum auf, während mehrere Debatten über Sicherheit, Rechtsschutz und Digitalisierung von Lieferdiensten laufen. Die Themen sind also nicht nur Fernsehfiktion, sondern spiegeln Entwicklungen und Diskussionen, die momentan tatsächlich kursieren.