München, Sicherheitskonferenz – Weltpolitische Bühne, gewohnte Rituale. Aber unter der Oberfläche gärt Unruhe: Längst sind Vertreter der AfD nicht mehr nur Zaungäste, sondern werden selbstverständlich in hochkarätige Runden eingebunden. Was vor wenigen Jahren noch Empörung ausgelöst hätte, scheint mittlerweile fast zur Normalität geworden zu sein – ein Wandel, der vor allem mit besorgtem Stirnrunzeln quittiert wird. Während an anderer Stelle hitzig darüber diskutiert wird, wie sich Deutschlands Demokratie im Angesicht rechter Wahlerfolge und offener Anfeindungen weiterentwickeln kann, laufen außerhalb der Konferenzräume ganz andere Experimente: Die Ausstellung „Antifascism: Now.“ in der Lothringer 13 Halle versucht nicht nur, das Phänomen autoritären Denkens zu analysieren, sondern will gleichsam Wege aufzeigen, wie Öffentlichkeit, Kunst und Medien in stürmischen Zeiten demokratische Werte verteidigen können – durchaus auch mit unkonventionellen, manchmal unbequemen Ansätzen.
Bemerkenswert ist, dass jene, die auf Missstände hinweisen, aktuell selbst zur Zielscheibe rechtsgerichteter Medienkampagnen werden – etwa, wenn Kollektivprojekte wie „Forensic Architecture“ oder das Rechercheteam „recherche nord“ durch rechte Plattformen als angebliche „linke Extremisten“ diffamiert werden. Diese Verschiebung der Diskurse – weg vom eigentlichen Problem, hin zu einer pauschalen Verdächtigung und Verrohung – ist sinnbildlich für den aktuellen Stresstest. Das Ganze mutet fast an wie ein Lehrstück: Während die Sicherheitskonferenz vermeintlich Zukunftsentwürfe diskutiert, spielt sich in den Galerien und Theatersälen ein Ringen um Gegenwart und Haltung ab.
Dabei lebt das internationale Kunstprojekt von offener Debatte, Experiment und einem Bündnis unterschiedlichster Partner, mit dem Goethe-Institut als tragender Säule im Jubiläumsjahr. In den kommenden drei Jahren wird das Projekt durch diverse Städte reisen, Perspektiven sammeln, Kontroversen ausloten – und ach, vielleicht auch mal richtig anecken. Gerade diese ungeschönte, oft forensisch präzise Auseinandersetzung macht die Ausstellung zum Zankapfel; sie liefert eben nicht nur symbolische Kunst, sondern Recherche, Belege, investigativen Tiefgang. Sehenswert ist sie allemal – und das vielleicht nicht nur für klassische Kunstinteressierte.
Offene Türen, offene Fragen. Besuche am Rande der Sicherheitskonferenz sind möglich; vielleicht gibt es selten eine bessere Gelegenheit, Kunst, Politik und die Zivilgesellschaft auf einmal in Aufruhr zu erleben. Weiterführendes Pressematerial sowie Kontaktdaten finden sich bei Goldmann Public Relations.
Inmitten der Münchner Sicherheitskonferenz 2024 rückt die demokratische Gleichgewichtslage ins Wanken: Die verstärkte Einbindung der AfD in diplomatische Kreise signalisiert politisch wie kulturell einen Wandel mit unklarem Ausgang. Kritische Stimmen aus Medien, Kunst und Zivilgesellschaft werden vielfach Ziel von rechtspopulistischen Attacken, was die Fragilität öffentlicher Diskurse offenlegt. „Antifascism: Now.“ reagiert auf diesen Zustand nicht nur mit künstlerischen Arbeiten, sondern auch mit konkreter Recherche und forensischer Beweisführung – beides ist heute nötiger denn je, wie zahlreiche Berichte zu Angriffen auf demokratische Institutionen in den letzten Tagen zeigen.
NEU: Am Rande der Konferenz diskutierten Teilnehmende und Experten, wie demokratische Strukturen europaweit unter Druck geraten – von Frankreich über Deutschland bis nach Italien ist ein Erstarken autoritärer Bewegungen zu spüren. Zeitgleich berichtete die Süddeutsche davon, dass das Netzwerk „Correctiv“ nach massiven Anfeindungen nun unter verstärktem Schutz steht; diese Entwicklung verdeutlicht, wie kontrovers das Nachfragen und Recherchieren geworden ist. Neue Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung liefern weitere Einblicke: Knapp ein Drittel der Deutschen betrachtet die Demokratie als gefährdet, wobei der Rechtspopulismus als Hauptgrund genannt wird. Zudem berichtete die ZEIT über Initiativen in mehreren Städten, die Zivilgesellschaft und Kommunalverwaltungen enger verzahnen, um aktive Demokratieförderung gegen rechte Hetze zu mobilisieren. (Quellen: Süddeutsche Zeitung, ZEIT Online, Bertelsmann Stiftung-Auswertung).