Mehr als zwei Millionen Euro für Suchthilfe dank NDR-Spendenaktion

2.575.007,12 Euro – diese Summe kommt als verbindliches Signal der Solidarität: Die diesjährige Benefizkampagne "Hand in Hand für Norddeutschland" rückt das Thema Sucht ins öffentliche Bewusstsein und stärkt zahlreiche Hilfsprojekte des Paritätischen Wohlfahrtsverbands im Norden.

heute 14:22 Uhr | 3 mal gelesen

Ein Hauch von Hoffnung wehte in den letzten Wochen durch Norddeutschland. Manchmal genügt schon ein gemeinsamer Fokus, um ein Tabuthema aus dem Schatten ins Rampenlicht zu holen. Genau das gelang der NDR-Initiative "Hand in Hand für Norddeutschland – Leben ohne Sucht": 2.575.007,12 Euro wurden gesammelt – eine Zahl, die nach enorm viel klingt, aber noch viel mehr an Geschichten, Unsicherheiten und stiller Not in sich birgt. Hendrik Lünenborg, Intendant des NDR, betont, dass Sucht quer durch alle Gesellschaftsschichten geht: Ob am Arbeitsplatz, in der Familie, auf dem Spielplatz – das Schicksal sucht sich kaum gezielte Adressen. Besonders bedrückend: Jedes sechste Kind lebt mit einem süchtigen Elternteil. Abseits der nüchternen Zahlen wurden über zwölf Tage lang Projekte und Betroffene vorgestellt, nicht nur im TV und Radio, sondern auch digital. Das beeindruckende Ergebnis ist für Dr. Joachim Rock, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, mehr als reine Geldspritze: Es signalisiert gesellschaftliches Miteinander und lädt dazu ein, das Thema Sucht offener anzugehen. Bemerkenswert: Prominente aus Sport, Unterhaltung und Musik, darunter Nicolas Kiefer oder Kai Wingenfelder, schnappten sich die Telefone am großen Spendentag. Fast schon charmant nebenbei: Die Empfängerseite – sprich, die sozialen Organisationen – war sichtlich dankbar, vor allem wegen der erlangten Awareness rund ums Thema Sucht. Seit dem Start der Reihe 2011 sind insgesamt rund 53 Millionen Euro für wechselnde humanitäre Ziele zusammengekommen. Wechselnd sind auch die Partner und Fokusthemen, wodurch immer wieder andere Brennpunkte ins Licht gerückt werden. Ein ehrlicher Appell zum Schluss: Jeder Euro bleibt hier mehr als eine Summe – er wird, so pathetisch das klingt, zu einem Stück Begleitung aus der Einsamkeit.

Die diesjährige NDR-Benefizaktion hat mit über 2,5 Millionen Euro ein deutliches Zeichen gesetzt. Das Geld geht an hunderte Suchtberatungs- und Hilfsprojekte des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und seiner rund 2.000 Mitgliedsorganisationen im Norden Deutschlands. Bereichert wurde die Aktion durch prominente Unterstützung und intensive Berichterstattung, um das Tabuthema Sucht in vielen Facetten sichtbar zu machen. Ergänzende Recherche: Verschiedene Medien betonen aktuell, wie rasant psychische Erkrankungen – darunter auch Suchterkrankungen – zunehmen, insbesondere bei Jugendlichen. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen erreichen jährlich etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland die Kriterien einer Alkoholabhängigkeit, neueste Zahlen der BZgA zeigen zudem eine Zunahme beim Konsum von Cannabis unter Jugendlichen. Experten fordern bessere Präventionsarbeit sowie mehr niedrigschwellige Beratungsangebote, auch, weil klassische Hilfestrukturen vielerorts personell unterbesetzt sind und Wartelisten teils mehrere Monate betragen (Quellen: Tagesschau, Zeit, Spiegel, SZ, Stand Juni 2024). Insbesondere in Norddeutschland hat sich zudem die Zusammenarbeit zwischen Wohlfahrtsverbänden und lokalen Initiativen als Erfolgsmodell gezeigt, um Betroffene und ihre Familien schnell und pragmatisch zu unterstützen. Die NDR-Aktion liefert hier einen wichtigen gesellschaftlichen Impuls, der laut aktuellen Gastbeiträgen in der Zeit und FAZ dringend gebraucht wird, da Sucht weiterhin zu den häufig verschwiegenen Krankheiten zählt.

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