Friedrich Merz hat es geschafft – erneut. Am Freitagabend in Stuttgart bestätigte ihn der CDU-Parteitag mit einem Stimmenanteil von 91,2 Prozent im Amt. Ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass zuletzt 89,8 Prozent für ihn votierten. Noch höher liegt allerdings seine persönliche Bestmarke aus dem Januar 2022, da waren es 94,6 Prozent – laut Parteiregeln werden Enthaltungen dabei ignoriert, dieses Mal gab es 14 davon. Wegen Problemen beim geplanten digitalen Wahlverfahren mussten die Delegierten übrigens auf altbewährte Papierzettel ausweichen – fast schon nostalgisch.
In seiner Rede streifte Merz eine Vielzahl von Themen, von internationalen Beziehungen über Wirtschaft bis zur eigenen Fehlerkultur. Besonders betonte er die Wichtigkeit eines starken transatlantischen Bandes, warnte aber vor zu viel Abhängigkeit von den USA. Angesichts der Entwicklungen in den Vereinigten Staaten müsse Europa lernen, unabhängiger zu agieren. Auch der Krieg in der Ukraine war Thema: Merz führte aus, dass ein zu idealistischer Pazifismus in Europa gefährlich werden könnte. Zugleich hob er hervor, wie entscheidend es sei, die militärische Verteidigungsfähigkeit Europas auszubauen und die ökonomische Stabilität zu stärken.
Zum Schluss gestand Merz ein, dass die CDU nach dem Machtwechsel womöglich zu große Versprechen gemacht habe und dass Reformen nicht über Nacht umsetzbar seien. "Vielleicht hätten wir früher deutlich machen müssen, wie schwerfällig dieser Prozess ist", räumte er selbstkritisch ein. Trotzdem brauche es weiterhin Führung und Mut – so Merz, und das mit spürbarem Ehrgeiz.
Friedrich Merz erhielt bei seiner erneuten Wahl zum CDU-Parteivorsitzenden ein überzeugendes Ergebnis von 91,2 Prozent der Stimmen, das seinen Rückhalt in der Partei bestätigt. Inhaltlich setzte er Schwerpunkte auf eigenständige europäische Sicherheits- und Wirtschaftspolitik sowie deutlicher Kritik an zu hohen Erwartungen und Reformtempo nach dem Regierungswechsel. Neuere Entwicklungen und Analysen aus anderen relevanten Quellen zeigen, dass die CDU zukunftsgerichtete Maßnahmen für wirtschaftliche Stärke und Sicherheit anstrebt, jedoch auch Herausforderungen in der Geschlossenheit und konzeptionellen Aufstellung der Partei bleiben. Laut taz lautete ein viel beachteter Punkt, dass die CDU unter Merz an Geschlossenheit gewinnt, sich jedoch noch stärker als Volkspartei präsentieren muss, insbesondere im Hinblick auf kommende Wahlen (Quelle: taz). Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass Merz in der Wahlnachlese seine Rede genutzt habe, um gegen die Ampel-Koalition zu sticheln und die eigenen Kompetenzen hervorzuheben; zugleich trommelt er für mehr wirtschaftliche Erneuerung (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Der Spiegel geht darauf ein, dass Merz nicht nur mit Routine, sondern mit einem Mix aus Angriffslust und Selbstkritik aufgetreten sei und die künftige Rolle der CDU als politische Alternative klar abstecken wolle (Quelle: Spiegel).