Union offen für 8.000-Euro-Prämie zur Rückkehr syrischer Geflüchteter

Mehr Geld, um syrische Flüchtlinge freiwillig zur Rückreise zu bewegen? In der Union stößt die Idee einer deutlich höheren Rückkehrprämie auf breite Unterstützung.

heute 16:57 Uhr | 2 mal gelesen

Das Bundesinnenministerium unter der Leitung von Alexander Dobrindt (CSU) denkt aktuell über eine pauschale Rückkehrprämie von 8.000 Euro für syrische Geflüchtete nach, wie der 'Focus' berichtet. Günter Krings, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union, hält diese Überlegung für sinnvoll: „Freiwillige Rückkehr ist für alle Beteiligten am besten und spart am Ende auch Kosten.“ Wer staatliche Leistungen bezieht, kostet deutlich mehr, so Krings. Jede freiwillige Rückkehr entlaste den Fiskus, behauptet der erfahrene Parlamentarier—diese Frage ist für ihn beinahe nüchternes Rechnen mit Zahlen und Schicksalen. Zudem mahnt Krings eine konsequentere Abschiebepraxis nach Syrien an, nicht nur bei Straftätern, sondern auch bei schlecht Integrierten. Eine humanitäre Aufenthaltsperspektive für sunnitische Männer sieht er kritisch. Der baden-württembergische Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek sieht in Rückkehrberatung und Prämien ein wichtiges Werkzeug. Weniger Zwang, mehr Motivation zur freiwilligen Rückkehr – das rechnet sich, glaubt Lorek. Hessens Innenminister Roman Poseck hält sogar noch höhere Summen für gerechtfertigt: Trotz der hohen Zahl wundert ihn das nicht, die Alternative (Sozialleistungen) sei noch teurer. Ähnliches hatte bereits Bayerns Innenminister Joachim Herrmann geäußert, dem solidarische Unterstützung in Form von Geldmitteln für Rückkehrende am Herzen liegt. Die kritische Stimme kommt aus Niedersachsen: Daniela Behrens (SPD) bleibt skeptisch, ob 8.000 Euro tatsächlich langfristig syrische Flüchtlinge zur Rückkehr bewegen. Das sei keineswegs garantiert, aber auch nicht ausgeschlossen. Ihre Forderung ist klar: Statt Einzellösungen brauche es eine umfassende Strategie, mehr Rechtssicherheit für gut integrierte Menschen und konkrete Bleibeperspektiven. Nebenbei: Die bisherigen 1.000 Euro Rückkehrhilfe seien schwer zu administrieren und oft individuell berechnet – ein Pauschalangebot könnte hier sogar Erleichterung bringen. Offiziell wollte das Innenministerium diese Details bisher nicht kommentieren.

Die Debatte um eine großzügige Rückkehrprämie für syrische Geflüchtete spaltet die Politiklandschaft: Während zahlreiche Unionspolitiker eine Anhebung der Einmalzahlung auf 8.000 Euro begrüßen, da sie langfristige Kostenersparnisse sehen, äußern Vertreterinnen der SPD Zweifel an ihrer Wirkung. Dazu mischt sich die Forderung nach einer konsequenten Abschiebepolitik für bestimmte Gruppen ebenso wie der Ruf nach klaren Bleibeperspektiven für gut integrierte Menschen. Aktuell erhalten Rückkehrwillige im Durchschnitt 1.000 Euro, der Verwaltungsaufwand dafür ist hoch – der jetzt diskutierte Pauschalbetrag käme womöglich unbürokratischer und transparenter daher. Laut aktuellen Berichten zögern viele syrische Geflüchtete eine Rückkehr aus Angst vor der instabilen Sicherheitslage und angesichts einer unsicheren Zukunft in ihrer Heimat (vgl. Tagesschau, 4. Juni 2024). Außerdem könnte eine derart hohe Prämie den Verdacht von Anreizen zur Ausreise erwecken, ohne dass Rückkehrende tatsächlich auf langfristige Sicherheit und Perspektiven hoffen können. Zahlreiche Fachleute aus Kommunen und Hilfsorganisationen warnen zusätzlich, dass finanzielle Anreize allein Integrationserfolge in Frage stellen und soziale Konflikte verschärfen könnten, sofern sie nicht in eine ganzheitliche Strategie eingebettet sind.

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