SUSMATA AG: Aus Tee-Abfällen wird Zukunftsstoff für Mode und Mobilität

Ofterdingen – Während die Textilbranche nach Wegen aus dem Ressourcen-Dilemma sucht, macht die SUSMATA AG aus einem wörtlich genommenen Restprodukt, nämlich Teeabfällen, bahnbrechende Materialien. Mit der Entwicklung von WASTEA und einer vielseitigen Plattform streben sie die Ablösung von Leder und erdölbasierten Kunstfasern an.

heute 16:37 Uhr | 4 mal gelesen

Die Vision von Erdem Dogan, Vorstand der SUSMATA AG, lässt sich kaum mit klassischen Modekonzepten greifen. Ihm geht es nicht um Trends oder modische Details. Stattdessen rückt er den unscheinbaren, oft ignorierten Rohstoff der Teeabfälle ins Rampenlicht, ein Stoff, in dem er das Potenzial sieht, die Modewelt grundlegend umzukrempeln. Der Plan ist so einfach wie radikal: Textilien aus dem, was sonst in der Tonne landet. Schon eine Weile tüftelt sein Unternehmen daran, aus den ungenutzten Resten der türkischen Teeindustrie nachhaltige, leistungsfähige Materialien für Textil, Mode und Automotive zu entwickeln. Industriezweige wie die Mode geraten immer stärker unter Druck – strenge Klimavorgaben, neue Regulierungen, steigende Erwartungen der Kundschaft. Kein Wunder, dass die Suche nach abfallbasierten Alternativen ernst wird. Echtleder steht wegen ökologischer und tierethischer Bedenken am Pranger, Kunstleder bleibt in der Kritik wegen seiner Abhängigkeit von Öl und der Mikroplastikfrage. Es ist ein regelrechter Wettlauf um das überzeugendste vegane Material entbrannt. Die SUSMATA AG drängt auf diesen Markt, angetrieben von der Überzeugung, dass pflanzenbasierte Stoffe mehr als ein Trend, sondern eine Notwendigkeit sind. Ihre Besonderheit: Eine exklusive Teeabfall-Partnerschaft mit Çaykur garantiert eine gleichbleibende Versorgung mit einem Rohstoff, den bislang niemand groß beachtete. Genau hierin sieht Dogan einen entscheidenden Vorteil – Abfälle, die bisher nur Müll waren, bekommen einen neuen Zweck, und die Materialversorgung bleibt stabil. Unternehmen lieben solche Planungssicherheit. WASTEA heißt das Aushängeschild von SUSMATA. Die Lederalternative auf Pflanzenbasis kann individuell gestaltet werden, ist deutlich leichter als echtes Leder und kommt meist ganz ohne PVC oder toxische Lösemittel aus. Nachhaltigkeit trifft auf Funktion: WASTEA ist wasserabweisend, antibakteriell, vielseitig einsetzbar. Erwähnenswert: McDonald’s testete das Material in seinen Filialen, lobte es nach umfangreicher Prüfung und verlieh einen Innovationspreis für Möbelstoffe. Selbstredend: Die Modebranche testet kritisch, will ästhetische wie technische Ansprüche erfüllt wissen – Stichwort Formstabilität, Waschbarkeit, Nähbarkeit. SUSMATA arbeitet daran, noch mehr Zertifikate zu erlangen. Auf der renommierten LINEAPELLE in Mailand – eine Art Weltbühne für Material-Innovationen – feierte SUSMATA ihren internationalen Auftritt. Hier präsentierten sie nicht nur WASTEA, sondern die Vision einer skalierbaren, vielseitigen Plattform (VSP+), die auch Stoffe aus anderen Pflanzenresten wie Rosen, Lavendel oder Kaffeebohnen verspricht. Mit starken Partnerschaften und wachsendem Netzwerk entlang der textilen Wertschöpfungskette positioniert sich SUSMATA als Hoffnungsträger, gerade für Mode- und Automobilunternehmen, die neue Standards in puncto Nachhaltigkeit setzen möchten. Demnächst zeigen sie in Stuttgart auf der Automotive Interiors Messe wieder, wie innovativen Industriematerialien der Sprung vom Labor auf die Straße und in die Mode gelingen kann. Fazit? SUSMATA bringt den Mut mit, den es für große Veränderungen braucht. Ihre Zukunftsidee wächst – wortwörtlich – auf den Resten des Alltäglichen.

SUSMATA AG hat eine alternative Materialplattform entwickelt, die Pflanzenabfälle, vor allem aus der Teeproduktion, systematisch in industrietaugliche Textilien verwandelt. Besonders bemerkenswert ist die exklusive Rohstoffpartnerschaft mit Çaykur, die langfristige Versorgung mit untergenutzten Ressourcen sichert. Das Unternehmen will mit WASTEA und der Plattform VSP+ den Umbruch der Textil- und Automotive-Branche aktiv steuern und liefert bereits praxiserprobte Stoffe, die Leder und klassische Kunststoffe ersetzen können. Insgesamt reagieren immer mehr Textilunternehmen aus regulatorischem und gesellschaftlichem Druck auf nachhaltige Alternativen: Beispielsweise berichtet die Süddeutsche Zeitung mit Blick auf die aktuelle EU-Textilstrategie von verstärkten Investitionen großer Modemarken in biobasierte Stoffe; in der taz wird diskutiert, wie Start-ups durch neue vegane Materialien insbesondere die Lieferketten entlasten; zudem hebt Spiegel Online die Herausforderung hervor, angesichts steigender Klimaauflagen Materialinnovation und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen. Internationale Messen wie LINEAPELLE oder Automotive Interiors gelten dabei als zentrale Schaufenster für solche Neuerungen. Nach internationaler Lesart gelten Abfall-basierten Alternativen als Schlüssel, um Klimaziele zu erreichen und sich wirtschaftlich zu differenzieren.

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