Grünflächen zurück in Landeshand: Sachsen-Anhalt übernimmt Intels Megaparcelle

Das Land Sachsen-Anhalt hat das riesige Gelände bei Magdeburg, das einst für die geplante Intel-Fabrik reserviert war, von dem US-Konzern zurückgekauft.

heute 17:38 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal biegt das Leben einfach anders ab, als es Hochglanz-Broschüren versprechen. So auch im Fall der großen Halbleiterhoffnung an der Elbe: Sachsen-Anhalt meldete am Freitag, man habe den Kauf des Intel-Grundstücks notariell festgezurrt – ein Moment voller Pragmatismus, aber mit einer Prise Trotz. Dabei galt die Ansiedlung des Technologieriesen 2022 noch als wirtschaftlicher Hoffnungsschimmer – auch weil Bund und Land mit fast zehn Milliarden Euro an Fördergeld bereitstanden. Doch Intel winkte ab, zog sich 2023 offiziell zurück. Nun setzt die landeseigene High-Tech Park GmbH darauf, das bereits für Infrastruktur- und Energieprojekte vorbereitete Terrain trotzdem als Magnet für innovationshungrige Unternehmen zu gestalten. Über die Kaufsumme wird weiter gemauert, nur von einem "mittleren dreistelligen Millionenbetrag" war im Vorfeld die Rede – für ganze 400 Hektar vorherige Intel-Fläche (wobei insgesamt 1.100 Hektar Industrieland zur Verfügung stehen). Staatssekretär für Strukturwandel, Jürgen Ude, gibt sich kämpferisch: Die Flächen bilden nun die Grundlage für einen „High-Tech-Park“, der international mithalten will. Der ehrgeizige Plan: Unternehmen aus Mikroelektronik, digitaler Industrie, KI und datengetriebenen Bereichen sollen sich ansiedeln, auch ohne das Zugpferd Intel. Gerade jetzt, wo von außen betrachtet ein Hauch Zweckoptimismus mitschwingt, wird man sehen, wie tragfähig der Inseltraum auf den ehemaligen Ackerflächen wirklich ist.

Die Landesregierung Sachsen-Anhalts hat das ursprünglich von Intel erworbene Gelände bei Magdeburg wieder zurückgekauft und verfolgt nun den Plan, auf der Fläche einen internationalen High-Tech-Park zu entwickeln. Ursprünglich sollten hier mit Milliardenförderung des Bundes moderne Halbleiterfabriken entstehen, doch Intel sagte das Vorhaben ab – die Gründe reichen von wirtschaftlicher Unsicherheit bis zu internen Konzernentscheidungen. Das Land hofft nun, mit den vorbereiteten Infrastrukturmaßnahmen und Entwicklungspotenzialen trotzdem innovative Unternehmen und Investoren aus Technologiebranchen wie Mikroelektronik, Künstliche Intelligenz oder digitale Industrie anzulocken und so einen neuen Ankerpunkt für die industrielle Transformation Ostdeutschlands zu setzen. Berichten von Quelle: Der Spiegel und Quelle: FAZ zufolge ist die Rückabwicklung des Megaprojekts auch ein Symptom für die europaweit angespannte Lage bei Hightech-Investitionen – wo Förderpolitik, Wirtschaftsklima und globale Lieferketten Bedenkenträger geworden sind. Erweiternde Details: Nach weiteren aktuellen Medienrecherchen wird die Entwicklung des High-Tech-Parks von einer Diskussion zur Zukunft der Industriepolitik begleitet. Während Landespolitiker weiterhin die Attraktivität des Standorts betonen, gibt es vielerorts Zweifel, ob der Flächenbedarf und die moderne Infrastruktur ohne einen Ankerinvestor tatsächlich weitere Großunternehmen anzulocken vermögen. Zugleich beobachten Experten die wachsende Konkurrenz zwischen europäischen Standorten im Werben um internationale Tech-Konzerne, da Fördermittel, Energiepreise und Fachkräftemangel zentrale Stellschrauben für Standortentscheidungen geworden sind.

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