Grüner Innenpolitiker zweifelt an Dobrindts Zivilschutz-Offensive

Marcel Emmerich von den Grünen zeigt sich skeptisch: Die geplanten Maßnahmen des Bundes reichen seiner Ansicht nach nicht aus, um Deutschland für zukünftige Krisensituationen zu wappnen. Zwar kündige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) großzügige Investitionen an, doch eine belastbare Gesamtstrategie bleibt für Emmerich bislang aus. Ohne klare Krisenszenarien oder abgestimmte Pläne bleibt beim Bevölkerungsschutz eine Lücke – so seine Kritik.

heute 03:02 Uhr | 3 mal gelesen

Dobrindts Pläne, etwa eine neue Koordinierungsstelle im Innenministerium einzurichten und das THW personell wie finanziell auszubauen, reichen laut Marcel Emmerich nicht zur echten Krisenfestigkeit aus. Der Grünen-Innenpolitiker erkennt an, dass damit manche Reformstaus behoben werden, doch fehlen weiterhin verbindliche Konzepte, wie Bund, Länder und Kommunen im Ernstfall effizient zusammenarbeiten. Er fragt sich außerdem, wie konkret die kritische Infrastruktur besser geschützt werden soll – Warnsysteme, Notunterkünfte und die Versorgung der Bevölkerung sind für ihn noch zu wenig durchdacht. Emmerich hebt hervor, dass seine Partei im Zuge der Schuldenbremsen-Debatte sich für Ausnahmen beim Bevölkerungsschutz eingesetzt und so den Weg für zehn Milliarden Euro Mehrmittel freigemacht habe. Aber Investment allein reiche nicht: Gute Pressebilder von Fahrzeugübergaben ersetzen in Krisenzeiten keine echten Vorsorge- und Schutzstrategien. Das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit des Zivilschutzes, so Emmerich zwischen den Zeilen, gewänne man nur durch Substanz statt Symbolpolitik.

Die Reaktionen auf Dobrindts Zivilschutzoffensive spiegeln eine Grundskepsis wider, ob Deutschland ausreichend auf Katastrophen und Krisen vorbereitet ist. In mehreren Medien wird aktuell diskutiert, dass Investitionen zwar ein Zeichen von Engagement sind, aber ohne ein klares, abgestuftes Notfallsystem wenig mehr als Symbolcharakter haben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der praktischen Umsetzung: Warnsysteme, die Zusammenarbeit zwischen Behörden und der Schutz kritischer Infrastrukturen stehen im Zentrum der Kritik. Hinzu kommt, dass laut aktuellen Analysen infolge neuer geopolitischer Unsicherheiten speziell der Bevölkerungsschutz mehr in den Mittelpunkt rückt – Deutschland müsse nicht zuletzt nach den Erfahrungen mit der Pandemie und jüngsten Flutkatastrophen sein „Krisenhandwerk“ drastisch modernisieren. Emmerichs Forderung, dass der Ausbau des Schutzes für Bürger*innen mit einer klaren Übersicht über Verantwortlichkeiten und Szenarien einhergeht, findet in aktuellen politischen Diskussionen und Berichten große Resonanz. In der Tat verweisen auch Experten auf Lücken – etwa bei Sirenenwarnsystemen oder klaren Kommunikationswegen – die trotz praller Förderung bisher oft symbolisch bleiben.

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