Das Urteil des Supreme Court markiert eine Zäsur für die wirtschaftspolitische Macht des US-Präsidenten. Juristisch handelt es sich um eine Zurückweisung übermäßigen präsidentiellen Handlungsspielraums zugunsten einer stärkeren Kontrolle durch das Parlament, wie zahlreiche Rechtsexperten nach der Entscheidung betonten. Inzwischen hat das Weiße Haus noch keine bindenden Aussagen zu möglichen Rückzahlungen gemacht. Die Reaktionen aus der Wirtschaft und Politik sind gemischt: Während Vertreter der Exportindustrie das Urteil begrüßen, fordern protektionistische Akteure weiterhin nationale Entscheidungsfreiheit. Die Debatte um präsidiale Notstandsrechte hält an, da der IEEPA nicht zuletzt seit den Terroranschlägen 2001 immer wieder zur Anwendung gelangte – und in jüngster Zeit auch für Digitalthemen (z. B. TikTok-Verbot) genutzt wurde. Laut aktuellen Medienberichten wächst zudem im US-Kongress die Bereitschaft, die Kompetenzen des Präsidenten im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht grundlegend neu zu regeln. Das Urteil wird bereits heftig diskutiert – viele Stimmen fordern eine stärkere Balance zwischen wirtschaftlicher Flexibilität und demokratischer Kontrolle.
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