Es ist merkwürdig: Da bemüht sich plötzlich jemand – Marco Rubio – fast schon um einen Schulterschluss, spricht auf der großen Bühne und offenbar auch mit dem Anspruch, brüchiges Vertrauen zu kitten. Doch Siemtje Möller von der SPD bleibt spürbar reserviert. Klar, vielleicht haben die Amerikaner langsam wirklich verstanden, dass sie es mit ihren Verbündeten nicht übertreiben sollten – so viel, so gut. Nur: Partnerschaft, so Möller, ist halt keine Einbahnstraße, kein Spiel, in dem Europa ständig dem US-Takt folgt. Die Einladung der Europäer, enger mit den USA zusammenzuarbeiten, klingt nett, ja. Aber wenn man genauer hinhört – und das hat Möller offenkundig getan –, dann bleibt unter der Oberfläche eben vieles beim Alten. Rubios Grundhaltung, diese beinahe pathetische Erzählung eines noblen, wieder zu alter Kultur geführten Europas, stößt auf Schulterzucken und Skepsis. Was hilft Beschwörung, wenn sie alten Klischees nachhängt? Für echte Entwarnung ist das einfach zu wenig – eher, als hätte jemand die Verpackung gewechselt, nicht den Inhalt.
Marco Rubios Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz traf bei der SPD auf misstrauische Untertöne – trotz diplomatisch neuer Nuancen. Siemtje Möller äußerte Zweifel, dass damit ein echter Kurswechsel der US-Außenpolitik eingeleitet wurde. STRG+ALT+ENTWARNUNG – das bleibt aus, solange die USA Europas Rolle vornehmlich überhöht und zugleich instrumentalisierend darstellen.
Ergänzend wurde in Berichten etwa der ZEIT hervorgehoben, dass die Unsicherheit in der transatlantischen Beziehung aktuell insbesondere vor dem Hintergrund des US-Wahlkampfs steigt, während laut FAZ viele europäische Diplomaten Rubios Signal zwar notieren, jedoch skeptisch in die Zukunft blicken. Langfristige Verlässlichkeit ist zum Politikum geworden; gegenwärtig dominiert seitens Europas eher Pragmatismus als Euphorie.