Pistorius: „Arctic Sentry“ zielt nicht ausschließlich auf Grönland ab

Wie Verteidigungsminister Pistorius (SPD) klarstellt, steht bei „Arctic Sentry“ keine spezifische Mission in Grönland im Fokus – vielmehr liegt das Augenmerk auf der Sicherheit in der gesamten Arktisregion.

heute 21:54 Uhr | 5 mal gelesen

Eigentlich eine fast schon kuriose Debatte: Boris Pistorius, der SPD-Verteidigungsminister, redet im ZDF-„Heute Journal“ Tacheles. Eine Mission nur für Grönland? Nein, das stößt dem Minister sauer auf. Die Pläne der NATO drehen sich, laut Pistorius, um die weite Arktis und den sich allmählich verändernden, manchmal eben auch politisch aufgeladenen Norden. Damit weise die neue Mission gleich zwei Dinge zurück – erstens, sie sei keine einfache Antwort auf Trumps „Grönland“-Themen, und zweitens, es gehe nicht bloß um einen kleinen Fleck im Eismeer. Vielmehr – und da wird er beinahe etwas leidenschaftlich – sei die Sicherheit dieser Region ein Kernanliegen für die NATO; sie betrifft nicht nur Europa, sondern auch Nordamerika. "Präsenz zeigen", sagt Pistorius. Deutschland zieht mit und schickt vier Kampfjets als Auftakt. Klingt erst nach Symbolpolitik, ist aber auch eine Ansage: Der Norden wird beobachtet, und zwar gemeinsam.

Der Verteidigungsminister betont, dass die NATO-Mission „Arctic Sentry“ nicht als isolierte Grönland-Aktion zu verstehen sei. Vielmehr solle die Präsenz der NATO in der gesamten Arktisregion verstärkt werden, um sicherheitspolitische Interessen und mögliche Bedrohungen rechtzeitig zu adressieren – sei es angesichts wachsender geopolitischer Spannungen, militärischer Aktivitäten Russlands oder der zunehmenden Bedeutung neuer Schifffahrtsrouten durch das Abschmelzen des Eises. Überraschend dabei: Auch wirtschaftliche Aspekte wie Bodenschätze und Energie sind längst Teil des strategischen Kalküls hinter der Arktis-Präsenz, ein Punkt, der selten offen genannt, aber inzwischen heftig diskutiert wird. Für den ersten Schritt setzt Deutschland vier Kampfflugzeuge ein, die an gemeinsamen Manövern und Überwachungsaufgaben teilnehmen sollen; ein Signal an Moskau – aber auch an Verbündete, dass man sich im Norden nicht „wegduckt“.

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