Nawalny-Vergiftung: Europäische Länder bestätigen Gift-Nachweis

Zwei Jahre nach Alexej Nawalnys Tod gibt es neue Hinweise: Ein seltener Giftstoff aus Pfeilgiftfröschen wurde in seinem Gewebe gefunden – mehrere europäische Staaten wollen nun offiziell Stellung beziehen.

heute 14:03 Uhr | 3 mal gelesen

Kaum zu glauben eigentlich, aber manchmal umkreisen Nachrichten die Welt, lange bevor wirklich alles ans Licht kommt. Über Alexej Nawalny – Oppositionsfigur, für manche Held, für andere Symbolfigur des Widerstands – heißt es nun, man habe in seinen Körperproben tatsächlich Epibatidin ausfindig gemacht. Verrückt: Das ist ein Alkaloid, das bei südamerikanischen Pfeilgiftfröschen eine große Rolle spielt, aber in Europa eigentlich nichts verloren hat. Diese Info sickert wohl just während der Münchener Sicherheitskonferenz durch, wo fünf Staaten – nämlich Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und die Niederlande – gemeinsam die Sache öffentlich machen wollen. Moment: Wer hätte denn Zugang zu solch einem Giftstoff gehabt? Eigentlich niemand, außer natürlich die Behörden, unter deren Kontrolle Nawalny zu seinem Todeszeitpunkt stand. Dass schon Nawalnys Ehefrau, Julija, letztes Jahr von toxikologischen Erkenntnissen sprach, lässt die Sache noch vielschichtiger wirken; damals nannte sie das Gift jedoch nicht beim Namen. Natürlich sitzt der Gedanke noch tief: Schon 2020 überlebte Nawalny mit Ach und Krach einen Anschlag mit Nowitschok, ebenfalls ein Gift, für das Russland – trotz aller Erklärungen – Verantwortung abstreitet. Nun also Epibatidin. Klar auch: Die Staaten planen, die Ergebnisse an die OPCW zu übergeben und beziehen sich auf den Vorwurf, Russland halte sich nicht an internationale Chemiewaffenabkommen. Komisch, wie sich Geschichte wiederholt – und alles immer ein bisschen wie ein Politthriller wirkt, nur eben mit echten Menschenleben.

Mehrere europäische Staaten bestätigen am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz den Nachweis von Epibatidin in den Gewebeproben des verstorbenen russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, was auf eine gezielte Vergiftung hindeutet. Das Gift ist extrem selten und hochtoxisch und wurde bislang fast ausschließlich in südamerikanischen Pfeilgiftfröschen gefunden; seine Verwendung lässt starke Rückschlüsse auf einen gezielten Anschlag zu, vermutlich von russischer Seite, da Nawalny in staatlichem Gewahrsam war. Die genannten Länder wenden sich mit ihren Untersuchungsergebnissen an die OPCW und werfen Russland erneut vor, internationale Abmachungen zur Vernichtung chemischer Waffen zu unterlaufen. Aktuelle Recherche ergänzt: Die taz berichtet, dass die Beweisführung auf der Münchner Sicherheitskonferenz einen diplomatischen Eklat ausgelöst hat; Russland bestreite weiterhin jegliche Verantwortung und beschuldigt die EU der Politisierung des Falls (Quelle: [taz.de](https://taz.de)). Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass die Veröffentlichung der Laborbefunde in den kommenden Tagen auch für weiteren diplomatischen Druck sorgt und fordert umfassendere internationale Ermittlungen sowie Sanktionen gegen Verantwortliche (Quelle: [sueddeutsche.de](https://sueddeutsche.de)). Die FAZ erklärt, dass westliche Staaten planen, auf Basis der neuen Vergiftungsbelege zusätzliche Maßnahmen gegen Russland – etwa eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen – einzuleiten, und verweist auf die zunehmende Isolation Moskaus bei internationalen Sicherheitsfragen (Quelle: [faz.net](https://faz.net)).

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