CDU-Parteitag: Merz verbietet Alkohol am ersten Tag – Disziplin vor Genuss

Kurz vor dem CDU-Bundesparteitag setzt Friedrich Merz ein Zeichen für straffere Abläufe: Während der Arbeit wird diesmal kein Alkohol ausgeschenkt – sehr zum Bedauern einiger Aussteller.

heute 14:02 Uhr | 3 mal gelesen

Eine E-Mail, die nüchterner kaum formuliert sein könnte, flatterte kürzlich bei den Ausstellern des CDU-Bundesparteitags ins Postfach. Die Botschaft in etwa: Heben Sie sich den Sekt für später auf. Wegen einer "aktuellen Lagebeurteilung" – was auch immer das konkret heißen mag – habe Parteichef Merz entschieden, dass am Freitagabend kein Alkohol über den Tresen geht. Erst nach der Sitzung beim klassischen Baden-Württemberg-Abend darf wieder angestoßen werden. Ganz nebenbei entschuldigt man sich für die kurzfristige Absage und betont, wie wichtig die Konzentration der Delegierten sei, um das alles so hinzukriegen, wie es sich der Parteivorstand vorstellt. Der freundliche Appell: Danke für eure Zusammenarbeit, liebe Aussteller – auch wenn es diesmal eben nur mit Limo, Wasser und vielleicht einer Portion Frust läuft. Abseits des Plenums bereiten sich wie üblich dutzende große Namen aus der Wirtschaft auf ihren Auftritt in Stuttgart vor: Airbus, Google, Uber und viele weitere stellen traditionell zur Schau, was sie mit dem Parteileben verbindet. Der Parteitag selbst zieht sich über Freitag und Samstag; Merz will erneut als Vorsitzender kandidieren und vorher nochmal das große Wort ergreifen. Abstimmungen und Beratungen zu aktuellen Anträgen – etwa zur Teilzeitarbeit und Social-Media-Beschränkungen für Jugendliche – stehen auf der Agenda. Ach ja, und schon am Donnerstag – noch vor dem ganzen Sitzungsmarathon – wird es einen Presseempfang geben, bei dem angeblich doch ein wenig ausgeschenkt werden darf. Ein kleiner Trost für die, die sich schon auf ein gemeinsames Anstoßen gefreut hatten.

Die Entscheidung, den Alkoholausschank am CDU-Parteitag einzuschränken, greift zwar in lieb gewonnene Traditionen ein, soll aber die Ernsthaftigkeit der Beratungen unterstreichen. In den vergangenen Jahren wurde Kritik laut, dass Parteitage gelegentlich in gesellige statt produktive Runden abgleiten – dieser Schritt überrascht also nicht vollkommen. Das Thema ist im Netz heftig diskutiert worden; einige Delegierte empfinden das Verbot als Bevormundung, andere begrüßen es als notwendige Konzentrationshilfe, gerade angesichts der Fülle an Anträgen und programmatischen Debatten zur Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Übrigens: Die Maßnahme ist nicht einzigartig – auch andere Parteien regulieren den Ausschank, oft im Bemühen, Image-Schäden oder peinliche Zwischenfälle zu vermeiden. Neben dem Alkoholverbot setzen die Christdemokraten dieses Jahr verstärkt auf Themen wie die digitale Transformation Deutschlands, den Umgang mit Migration und die Sicherung von Renten und Sozialleistungen. Seit Tagen nimmt das Medienecho Fahrt auf – gerade in Bezug auf Merz' Führungsstil und die Disziplinierungsstrategie auf Parteiveranstaltungen. Weitere Details, die sich in aktuellen Artikeln finden lassen: Einige Medien betonen, dass auch Sicherheitsüberlegungen hinter der Entscheidung stehen könnten, vor dem Hintergrund des gestiegenen öffentlichen Drucks auf Parteien, professioneller aufzutreten. Diskutiert wird zudem, welches Signal Merz an die eigene Partei und das Publikum senden möchte – nämlich, dass die Zeiten des lockeren Miteinanders zumindest zeitweise von einer "Neuen Ernsthaftigkeit" abgelöst werden. Schließlich schmälert die Einschränkung sicherlich ein wenig das allseits beliebte Networking am Rande – aber ob das dem Reformwillen der CDU schadet oder ihn sogar beflügelt, bleibt abzuwarten.

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