Olympia: Urteil des IOC verwehrt ukrainischem Skeletonfahrer die Teilnahme – Trauer um gefallene Sportler sorgt für Eklat

Wegen eines Helms mit Porträts getöteter ukrainischer Athleten darf Vladyslav Heraskevych 2026 nicht bei den Olympischen Spielen antreten. Das IOC bleibt hart – und entfacht Debatten über Meinungsfreiheit im Sport.

heute 10:06 Uhr | 6 mal gelesen

Das war’s. Der olympische Traum von Vladyslav Heraskevych, jedenfalls für 2026, ist geplatzt. Keine Startnummer, kein Lauf – alles wegen eines Helmes, der mehr sagt als tausend Interviews hätte sagen können. Die Entscheidung, ihm die Teilnahme zu verbieten, wurde vom IOC recht spröde begründet: Der Helm passe nicht zu den strengen Vorschriften, die Athleten politische Botschaften untersagen. Dabei wollte Heraskevych nicht provozieren, sondern erinnern: Die Gesichter ukrainischer Sportler, gefallen im Krieg, blickten stumm von seinem Helm. Ein Kompromissversuch: Während des Trainings durfte der Helm aufgesetzt werden, nach dem Wettkampf hätte er ihn ebenfalls tragen und zeigen dürfen, aber eben nicht während jener Momente im Rampenlicht, die zählen. Begründung? Trauer wird global unterschiedlich verstanden. – Ein recht bequemer Satz, hinter dem man sich verstecken kann, wenn es knifflig wird. Heraskevych selbst bleibt trotz allem bemerkenswert gelassen, fast trotzig: 'Das ist der Preis unserer Würde', schreibt er, als wolle er sagen, dass Haltung manchmal eben wehtut. Großes Drama hatte er nie gesucht, beteuert er ehrlich in einer Videobotschaft, und dennoch ist der Skandal nun da – ausgelöst, wie man findet, durch die arg enge Regelauslegung des IOC. Als Vorschlag in eigener Sache fordert er schließlich: Gebt der Ukraine doch wenigstens Stromgeneratoren für ihre Sportstätten, während ihr ihnen die Bühne nehmt. Über die Sinnhaftigkeit der IOC-Entscheidung kann man an solchen Tagen wirklich nur noch die Stirn runzeln.

Der ukrainische Skeletonfahrer Vladyslav Heraskevych wurde vom IOC von den Olympischen Winterspielen 2026 ausgeschlossen, weil er einen Gedenkhelm mit Porträts gefallener ukrainischer Sportler tragen wollte. Das IOC begründete den Bann mit einem Verstoß gegen die Neutralitätsregeln, gestattete aber einen begrenzten Kompromiss: Der Helm durfte während der Trainingszeit verwendet werden und nach dem Wettkampf gezeigt werden. Heraskevych kritisierte das Verhalten des IOC als diskriminierend und rief zu mehr Unterstützung für den ukrainischen Sport auf. Aus Recherchen aktueller Artikel geht hervor, dass der Fall Heraskevych nicht der einzige ist, bei dem das IOC mit seiner Neutralitätspolitik auf großen Widerstand stößt. Gerade im Licht des anhaltenden Ukraine-Kriegs, der im Sport große Wellen schlägt, mehren sich Stimmen, die das IOC für eine mangelnde Solidarität kritisieren und fordern, dass Sportverbände klarer Position für Völkerrecht und Menschenrechte beziehen. Gleichzeitig zeigt sich, wie schwierig es ist, in einer globalisierten Welt einheitliche Regeln zu definieren, die überall als gerecht empfunden werden – zumal der Grat zwischen Meinungsfreiheit und politischer Instrumentalisierung auch im Spitzensport immer schmaler wird.

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