Wechsel an der Spitze der Nationalen Präventionskonferenz: Dr. Stephan Fasshauer übernimmt Vorsitz – Fokus 2026 auf psychische Belastungen im Job

Berlin – Wechsel in der Führung der Nationalen Präventionskonferenz: Ab Januar 2026 steht Dr. Stephan Fasshauer, Hauptgeschäftsführer der DGUV, an deren Spitze. Die Konferenz wird sich im kommenden Jahr schwerpunktmäßig der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz widmen. Damit rückt ein Thema ins Rampenlicht, das durch wachsende Stressfaktoren im Beruf an Brisanz gewinnt.

heute 11:05 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal reicht schon eine rechte Portion Unsicherheit oder zu viel Termindruck – und schon merkt man: Die Arbeit zerrt nicht nur an den Nerven, sie hinterlässt mitunter tiefe Spuren. Genau deshalb erklärt die Nationale Präventionskonferenz (NPK) den Schutz der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt 2026 zu ihrem Kernthema. Unter der frischen Leitung von Dr. Stephan Fasshauer, dem DGUV-Hauptgeschäftsführer, werden die Weichen für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Sozialversicherungsträgern gestellt. Angesichts der Tatsache, dass derzeit psychische und Verhaltensstörungen zu den wichtigsten Gründen für Krankschreibungen und Frühverrentungen zählen, soll es diesmal nicht beim bloßen Appell bleiben: Die Träger wollen Konzepte anstoßen, die ganz konkret am Arbeitsplatz greifen. Fasshauer bringt es schnörkellos auf den Punkt: Der Arbeitsplatz ist der Ort, an dem Prävention am breitesten wirken kann – fast 46 Millionen Menschen könnten hier erreicht werden. Das Ziel für das Präventionsforum 2026 klingt ambitioniert und sperrig: 'Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt gemeinsam schützen und stärken.' Das könnte – so jedenfalls die Hoffnung – nicht nur den Krankenstand drücken, sondern auch Chancengleichheit am Arbeitsplatz verbessern. Die NPK existiert seit 2015, als das Präventionsgesetz für mehr Gesundheitsförderung auf nationaler Ebene auf den Weg gebracht wurde. Von Gesetzlicher Krankenversicherung über Unfall- und Rentenversicherung bis zur Sozialversicherung für Landwirtschaft und dem Verband der Privaten Krankenversicherer sitzen alle mit am Tisch, die in Deutschland bei Gesundheit und Prävention etwas zu melden haben. Mehr Infos: www.npk-info.de.

Die Nationale Präventionskonferenz kündigt für das Jahr 2026 unter neuem Vorsitz von Dr. Stephan Fasshauer einen deutlichen Fokus auf psychische Gesundheit im Arbeitsleben an – ein Thema, das in den letzten Jahren sprunghaft an Bedeutung gewonnen hat, nicht zuletzt durch gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen. Stress, Unsicherheit und zunehmender Leistungsdruck am Arbeitsplatz werden zunehmend zu Auslösern für psychische Erkrankungen; laut aktuellen Daten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind die Fehltage aufgrund psychischer Störungen seit über einem Jahrzehnt im Aufwärtstrend. Deutschlandweit diskutieren Expertinnen und Experten darüber, wie die Prävention konkret aussehen könnte – von flexibleren Arbeitszeitmodellen über mehr Mitspracherechte für Beschäftigte bis zu gezielten Unterstützungsangeboten für Führungskräfte, da diese oft zwischen den Stühlen sitzen und sowohl schützen als auch kontrollieren sollen. Neue digitale Beratungsangebote, Hybridarbeit und regelmäßige Weiterbildungen zu Resilienzthemen werden ebenso entwickelt, wobei große Unternehmen zumeist Vorreiter sind, während kleinere Betriebe erst nachziehen. Der Diskurs ist lebendig: Neben gesetzlichen Vorgaben wird auf Freiwilligkeit, Eigeninitiative und die Förderung individueller Achtsamkeit gesetzt, wobei die Herausforderungen etwa bei der Messbarkeit psychischer Gesundheit und der Rücksicht auf unterschiedliche Berufsgruppen bestehen bleiben.

Schlagwort aus diesem Artikel