Reiche betrachtet Rubios Ansprache als Impuls für mehr Annäherung

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordert erneut, beim Kündigungsschutz flexibler zu werden. Besonders für Führungskräfte sieht sie Spielraum, während niedrigere Einkommensgruppen ausdrücklich geschützt bleiben sollen. Beim Treffen am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz betont sie die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, besonders nach der Rede von US-Außenminister Marco Rubio.

heute 16:59 Uhr | 3 mal gelesen

Reiche unterstreicht, dass die aktuelle Debatte innerhalb der Koalition geführt werden müsse – es sei schließlich keine triviale Angelegenheit, wenn es um so zentrale Fragen des Arbeitsmarktes wie Kündigungsschutz und Flexibilität geht. Mit einem Seitenblick auf die Ansprache des US-Außenministers Marco Rubio ist sie fast schon erleichtert: Rubio habe aus ihrer Sicht einen Kooperationswillen in Richtung Europa signalisiert und offen Schwächen angesprochen, die auch in Europa längst erkannt seien. Es geht ihr besonders darum, dass Rubio die NATO-Stellung bekräftigt und die transatlantischen Beziehungen nicht infrage stellt. Was den Handel angeht, sieht Reiche Fortschritte in Europa – nach Jahrzehnten der zähen Verhandlungen werden etwa das Mercosur-Abkommen sowie neue Verträge mit Indien und verschiedenen asiatischen Ländern endlich greifbar. Für Reiche sind offene Märkte ein entscheidender Hebel, während Rubio Handel zwar unterstütze, aber mit einem anderen Fokus und anderen Prioritäten. Sie warnt vor zunehmenden Zöllen, die ihrer Beobachtung zufolge dem US-Konsum bereits zusetzen. Insgesamt plädiert sie für verlässliche internationale Rahmenbedingungen, an deren Ausgestaltung hinter den Kulissen intensiv gearbeitet werde – auch wenn manche Differenzen bleiben.

Katherina Reiche tritt mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität beim Kündigungsschutz, gerade für hochqualifizierte Arbeitnehmer, in die Debatte ein, betont jedoch, dass die Schwächsten weiterhin geschützt bleiben müssen. Gleichzeitig sieht sie die Rede von US-Außenminister Rubio als positives Signal für die transatlantische Zusammenarbeit, auch weil dieser die NATO und die Partnerschaft mit Europa betont. Im Bereich Freihandel verweist Reiche auf abschließende und bevorstehende Verträge – beispielsweise das Mercosur-Abkommen –, sieht gleichzeitig aber noch offene, teils fundamentale Unterschiede zu den US-Vorstellungen, besonders hinsichtlich Zöllen und Handelsregeln. Auffällig ist, dass sich zuletzt nicht nur Politiker, sondern auch Wirtschaftsverbände für flexiblere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen aussprechen, um schneller auf globale Veränderungen reagieren zu können. In den Medien wird außerdem berichtet, dass die Debatte über die Zukunft der internationalen Bündnisse wie NATO oder aktuell das Verhältnis zu China und Russland wieder deutlich lauter geführt wird. Besonders werden in aktuellen Analysen die Herausforderungen der europäischen Wirtschaft durch protektionistische Tendenzen der USA und den globalen Systemwettbewerb hervorgehoben.

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