Wenn jemand den Begriff ‚Bürgerrechtler‘ verkörpert hat, dann war es wohl Jesse Jackson. Die Nachricht von seinem Tod, veröffentlicht von seiner Familie an einem Dienstag, hinterlässt eine Lücke – das spürt man regelrecht, selbst wenn man nur am Rande mit US-Politik zu tun hatte. Jackson, der in den 60er-Jahren als enger Verbündeter von Martin Luther King Jr. auftrat, wurde nach dessen gewaltsamem Tod 1968 selbst zum Fixpunkt der Bewegung. Er hat mit seiner ‚Rainbow Coalition‘ Grenzen überschritten, Allianzen gebildet, wo andere misstrauisch blieben – und die Demokraten gezwungen, mehr als bloß wohlklingende Worte anzubieten.
Jacksons politische Ambitionen, darunter seine – zugegeben erfolglosen – Anläufe als Präsidentschaftskandidat in den 1980er-Jahren, sind ein Beleg dafür, dass Träume manchmal schwer einzufangen sind. Immerhin: Er hat es versucht, mit einer Beharrlichkeit, die fast schon an Trotz grenzte. Die genaue Todesursache ist bislang unklar. Allerdings war seit seiner öffentlichen Parkinson-Diagnose im Jahr 2017 bekannt, dass er gesundheitlich angeschlagen war. Schon vor dem Bekanntwerden dieser Krankheit war er medizinisch in Behandlung; die letzten Jahre waren für ihn sicher kein leichter Gang.
Jesse Jackson bleibt als Symbol des jahrzehntelangen Kampfes gegen Rassismus und soziale Ungleichheit in Erinnerung. Auch nach der Ermordung Kings führte er viele Proteste fort, engagierte sich für Wählerrechte, Bildungszugang und war ein wichtiger Fürsprecher für die Belange der afroamerikanischen Community sowie anderer Minderheiten. Jackson erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem die Presidential Medal of Freedom, und bleibt ein Vorbild, auch im Hinblick auf die aktuellen Debatten um gesellschaftliche Teilhabe, Diskriminierung und politische Repräsentation in den USA.
Ergänzt: Verschiedene aktuelle Nachrufe und Analysen betonen, dass Jacksons Engagement eben nicht nur Vergangenheit, sondern auch Mahnung für die Gegenwart ist. In den letzten Jahren zog er sich krankheitsbedingt zurück, blieb aber eine respektierte Stimme, gerade auch für die Black Lives Matter-Bewegung. Sein Tod lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf ungelöste Fragen nach Rassismus und Ungleichheit – ein Thema, das in den Vereinigten Staaten weiterhin brennt.