Nach den frischen Zahlen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist die Stimmung unter den Finanzmarktexpert:innen im Februar nicht mehr ganz so optimistisch wie im Januar – der ZEW-Index sank leicht auf 58,3 Punkte, also ein minimales Minus von 1,3 Zählern. Interessanterweise bleibt, trotz dieses Rückgangs, das Bild der aktuellen Wirtschaftslage weniger negativ: Der Lageindikator verbesserte sich um 6,8 auf nun -65,9 Punkte. Achim Wambach, Präsident des ZEW, spricht von einer weiterhin fragilen Erholungsphase – die altbekannten Baustellen wie die Schwäche der Industrie oder schleppende Investitionen seien ungelöst. Er regt Reformen im Sozialbereich an, um Standortfaktoren zu stärken – ob das allerdings schnell Wirkung zeigt? Besonders auffällig: Chemie, Pharma, Metall und Maschinenbau melden kräftige Stimmungsaufhellungen – offenbar schlagen die positiven Bestellungen vom Jahresende langsam durch. Auch die Konsumlaune privater Haushalte steigt trotz Unsicherheiten. Banken, IT und Versicherer sehen jedoch eher schwarz. Was den Blick auf Europa angeht, so bleibt die Entwicklung auch hier recht unspektakulär – moderate Minusbewegung bei den Erwartungen, aber ein leichter Lichtblick bei der aktuellen Einschätzung.
Die jüngsten ZEW-Daten spiegeln eine vorsichtige Zurückhaltung bei den Konjunkturerwartungen, während sich die Einschätzung der aktuellen Lage etwas gebessert hat. Spannend ist, dass gerade klassische Industriezweige wie Maschinenbau und Chemie von einer spürbaren Erholung profitieren, was auf Nachholeffekte wegen später eingehender Aufträge hindeutet. Zugleich mahnt der ZEW-Chef vor strukturellen Schwächen und fordert tiefere Reformen, da drohende Stagnation weiterhin wie ein Damoklesschwert über Deutschlands Industrie schwebt. Nach aktuellen Medienberichten bleibt die wirtschaftliche Unsicherheit vorherrschend, besonders durch hohe Energiepreise, geopolitische Einflüsse und fehlendes Investitionsklima. Diverse Quellen bestätigen, dass auch in anderen europäischen Ländern die konjunkturelle Zuversicht gedämpft bleibt und die Hoffnungen auf einen nachhaltigen Aufschwung eher gebremst werden. Die kurzfristige Verbesserung im Konsum kann zwar helfen, doch viele Expert:innen sind sich einig: Ohne tiefere Reformen und mehr Innovationsschub dürfte sich Deutschlands Wirtschaft nur langsam aus ihrem aktuellen „Dornröschenschlaf“ bewegen.