ZDF bedauert falsche Videoaufnahmen im Heute-Journal

Im „Heute-Journal“ am Sonntagabend präsentierte das ZDF Bildmaterial zu US-Abschiebungen minderjähriger Migranten – darunter offenbar künstlich generierte Videos. Am Dienstag gestand der Sender Versäumnisse ein und bat öffentlich um Entschuldigung.

heute 13:32 Uhr | 4 mal gelesen

Wie das ZDF nun einräumt, schlichen sich Fehler in die Berichterstattung über Abschiebungen minderjähriger US-Migranten ein: So wurde eine Szene mit Kindern, die sich verzweifelt an ihre Mutter klammern, aus dem Internet übernommen – und diese stellte sich als KI-generiertes Fake heraus. Normalerweise, so der Sender, sind Kennzeichnungen bei solchen Materialien Pflicht. In einer anderen Einstellung war zwar ein echtes Video zu sehen, allerdings offenbarte sich, dass dessen Ursprung in einem ganz anderen Zusammenhang aus dem Jahr 2022 lag. "Wir hätten beides so nicht zeigen dürfen. Das verstößt klar gegen unsere redaktionellen Prinzipien", betonte Anne Gellinek, die stellvertretende Chefredakteurin des ZDF. Der Beitrag wurde vollständig aus dem Angebot entfernt; noch am Dienstagabend will das ZDF eine Korrektur direkt im „Heute-Journal“ veröffentlichen. Dass Fehler passieren können, so offen und schnell damit umzugehen, ist allerdings auch nicht selbstverständlich – andererseits: Man fragt sich schon, wie häufig sowas wohl unbemerkt bleibt?

Am Sonntagabend zeigte das ZDF im Heute-Journal Bildmaterial, das angeblich US-Abschiebungen von Minderjährigen dokumentieren sollte. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass mindestens eine der Szenen von einer KI generiert wurde, während ein zweiter Ausschnitt aus einem älteren und thematisch unpassenden Kontext stammte. Laut Mediensprechenden, darunter Anne Gellinek, wurde der Beitrag inzwischen gelöscht und sowohl der Fehler als auch die interne Kontrollstruktur kritisch überprüft. Auch in weiteren Medien wurde die Problematik von sogenannten Deepfakes und redaktioneller Verifizierung thematisiert, besonders, weil Künstliche Intelligenz mittlerweile sehr realistisch täuschen kann. Die Debatte um Qualitätsstandards in Nachrichtenredaktionen erhält dadurch zusätzliche Brisanz, zumal gerade öffentlich-rechtliche Anbieter mit besonderer Verantwortung gegenüber Fakten und Transparenz gesehen werden.

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