Brandners Appell: Ohne gemeinsame Sprache droht Deutschland die Spaltung

Neuste Daten werfen ein Schlaglicht auf wachsende sprachliche Unterschiede in Deutschland. Besonders bei Menschen mit Migrationsgeschichte spielt Deutsch im privaten Umfeld erstaunlich oft nur eine Nebenrolle oder fehlt sogar völlig. Nur ein Fünftel verwendet im Alltag ausschließlich Deutsch – das wirft viele gesellschaftliche Fragen auf.

heute 13:05 Uhr | 6 mal gelesen

Wenn ich an den deutschen Alltag denke, stelle ich mir viele kleine Küchentische in Berlin, Duisburg oder München vor. Da wird gekocht, gelacht, gestritten – aber nicht immer auf Deutsch. Stephan Brandner, AfD-Vize und alter Hase im Verein Deutsche Sprache, lässt daran keinen Zweifel: Für ihn ist die Sprache der Kitt, der das Land zusammenhält. Er sagt im Grunde: Wer dazugehören möchte, sollte Deutsch nicht nur im Amt oder vor Gericht hervorkramen, sondern auch im ganz normalen Leben sprechen. Brandner ist überzeugt, dass sprachliche Parallelgesellschaften das Wir-Gefühl und die Identität Deutschlands aushöhlen. Ein fast strenger Ton schleicht sich in seine Worte: Gibt es wirklich Platz für Menschen, denen die deutsche Sprache herzlich egal ist? Das Gesetz sieht Deutsch ja in Gerichtssälen und Behörden ohnehin als Pflicht vor – ihm reicht das nicht. Brandner will Deutsch als Landessprache fest im Grundgesetz verankert sehen, ein Symbol und Schutzwall für die kulturelle Identität. Er fordert unmissverständlich: Schulen und staatliche Einrichtungen müssen sich noch stärker dafür einsetzen, dass Deutsch für alle zur echten Alltagssprache wird. Übrigens, wie das dann in einer Großfamilie an einem Sonntagmorgen klingt, darüber bleibt Brandner merkwürdig still.

Stephan Brandner, Stellvertreter der AfD-Bundessprecher, fordert angesichts der neuen Mikrozensus-Zahlen eine stärkere Betonung der deutschen Sprache im Alltag und im Grundgesetz. Er sieht die wachsende sprachliche Vielfalt als Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und glaubt, Integration könne nur gelingen, wenn Deutsch auch zu Hause und nicht allein in Amtsstuben gesprochen wird. Während Befragte mit Einwanderungsgeschichte laut Statistischem Bundesamt weiterhin häufig andere Sprachen nutzen, bleibt die Debatte emotional: Die AfD betont die Notwendigkeit rechtlicher Absicherung, während andere Stimmen – zum Beispiel im Bildungsdiskurs – die Förderung von Mehrsprachigkeit als Ressource und nicht als Problem sehen. Zu beachten ist, dass Sprachpolitik in Deutschland traditionell Ländersache ist und es immer wieder Streit um verbindliche Sprachregelungen gab, etwa im Zusammenhang mit Integrationskursen oder der Rolle von Herkunftssprachen. Interessanterweise wächst die Zahl der Haushalte, in denen Kinder mehr als eine Sprache selbstverständlich sprechen – ein Trend, der Chancen und Herausforderungen zugleich birgt.

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