Jens Spahn, Unionsfraktionschef, bringt es unmissverständlich auf den Punkt: Ihm stößt sauer auf, dass Washington die AfD inzwischen als ernstzunehmenden Gesprächspartner betrachtet. Für ihn ist das ein völlig falsches Signal, denn viele Mitglieder der AfD sieht Spahn als politisch zu eng mit autoritären Staaten wie Russland oder China verbandelt. Eine Partei, die im Kern gegen das transatlantische Bündnis arbeite, darf seiner Meinung nach kein diplomatisches Parkett in den USA erhalten. Die Union wolle sich gegen jede Form dieser politischen Aufwertung stemmen.
Doch Spahn bleibt nicht bei Washington stehen – auch Ex-Präsident Trump bekommt sein Fett weg: Dessen abwertende Bemerkungen über den Einsatz deutscher Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan seien „höchst ärgerlich“. Alles in allem, meint Spahn, brauche es aber trotz aller Verärgerung mehr kühlen Kopf als impulsive Debatten. Die enge Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten sei für die deutsche Sicherheit schlicht essenziell – Konflikte oder Ratlosigkeit hin oder her. Dennoch dürfe Deutschland sich nicht alles gefallen lassen, sondern müsse klar, aber ohne vorschnelle Eskalation mitteilen, wo die eigenen Grenzen liegen. Einfach mal „die Meinung geigen“ – verständlich, aber wenig zielführend.
Spahn widersetzt sich lautstark der Tatsache, dass die AfD von Teilen der US-Regierung als legitimer Gesprächspartner behandelt wird. Er betrachtet dies nicht nur als politische Fehleinschätzung, sondern als bedrohliche Aufwertung einer Partei, die nach seiner Einschätzung autokratische Tendenzen fördert und das atlantische Bündnis schwächt. Der CDU-Mann mahnt dennoch zu einer ausgeglichenen Kommunikation mit den Vereinigten Staaten und hebt hervor, wie bedeutend Amerika als strategischer und sicherheitspolitischer Partner Deutschlands ist. In aktuellen Berichten wird Spahn immer wieder als einer der schärfsten Kritiker der AfD wahrgenommen, während parallel die außenpolitische Rolle der Partei zunehmend in Debatten gerät. Neuere Medienberichte betonen zudem eine Verstärkung rechtspopulistischer Kontakte zu internationalen Akteuren und warnen vor der instrumentellen Nutzung solcher Bündnisse für innenpolitische Propaganda. Die AfD reagiert ihrerseits mit schärferer Rhetorik auf außenpolitische Kritik und versucht, ihre Kontakte im Ausland gezielt auszubauen, etwa durch Treffen in Osteuropa und durch Netzwerkpflege in konservativen US-Kreisen.