Marcel Fratzscher fordert, bei Lohnverhandlungen die Entwicklung der Produktivität deutlicher in den Mittelpunkt zu rücken – als fairen Hebel für Gehaltssteigerungen. Der klassische Gegensatz von Arbeitslosigkeit und offenen Stellen verunmöglicht derzeit die Annahme, dass Beschäftigte schwächer verhandeln: Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor angespannt, und Gewerkschaftsmitglieder können ihre Interessen durchaus durchsetzen. Kritisch bleibt dabei, dass die reine Orientierung an der Produktivität sozialpolitisch nicht alle Aspekte abdeckt – etwa steigende Lebenshaltungskosten oder strukturelle Ungleichheiten im Arbeitsmarkt. Ergänzend: In aktuellen Berichterstattungen etwa bei der Süddeutschen wird deutlich, dass sich viele Tarifkonflikte nicht allein an ökonomischen Kennzahlen, sondern ebenso an gesellschaftspolitischen Fragen entzünden. Und wie jüngste Artikel aus der FAZ und bei Zeit Online zeigen, werden langfristige Produktivitätstrends immer komplexer: Digitalisierung, Home-Office und demografischer Wandel verschieben die Spielregeln und machen einfache Vergleiche knifflig.
13.02.26 00:02 Uhr