Gastronomie in Bedrängnis: Viele Betriebe planen Preiserhöhungen

Trotz niedrigerer Mehrwertsteuer erwägen rund 22 Prozent der deutschen Gastronomiebetriebe eine Preisanpassung nach oben.

heute 13:27 Uhr | 5 mal gelesen

Knapp 700 Gastronomen aus ganz Deutschland wurden für eine aktuelle Dehoga-Umfrage befragt, wie das 'Handelsblatt' berichtet. Guido Zöllick, Präsident des Dehoga-Verbands, spricht offen von einer Branche unter massivem Druck – die Kostenspirale dreht sich, insbesondere weil vor allem Löhne steigen. Da hilft selbst die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent beim Essen nur bedingt. Denn der neue, höhere Mindestlohn (jetzt 13,90 Euro, ein Plus von 1,08 Euro) frisst Vorteile im Personalbereich eher auf. Mehr als ein Fünftel der befragten Gastronomen denkt nun darüber nach, Stellen zu streichen oder direkt ihre Preise zu erhöhen – ein ziemlich harter Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Erschwinglichkeit für die Gäste. Zöllick beschreibt die Situation vieler Restaurants als „prekär“: Über ein Drittel der Unternehmer kämpft mit schlechter oder sehr schlechter Geschäftslage. Fast jeder zweite hat mit weniger Gästen, niedrigerem Umsatz und Ertrag zu kämpfen. Laut Crif wurden im vergangenen Jahr über 1.800 Insolvenzen gezählt, was einem Anstieg um fast ein Drittel entspricht. Besonders wackelig stehen kleine, familienbetriebene Restaurants da – wegen fehlender finanzieller Rücklagen, so Crif-Deutschlandchef Frank Schlein. Ein Bild, das bleibt: Viele Betriebe balancieren am Rand des Möglichen.

Die aktuelle Lage in der Gastronomie ist angespannt: Trotz steuerlicher Entlastungen lasten gestiegene Kosten durch Personal und weitere Faktoren weiterhin schwer auf den Betrieben. Der Branchenverband Dehoga weist auf einen kontinuierlichen Rückgang bei Gästen und Umsätzen hin, während die Zahl der Insolvenzen markant wächst – besonders kleinere Lokale sind betroffen. Jüngste Recherchen zeigen, dass das wirtschaftliche Umfeld für Gastronomen von Unsicherheiten und einem schwer kalkulierbaren Spagat zwischen Preiserhöhungen und Kundenakzeptanz geprägt ist. Verschärft wird die Situation, weil Inflation und Konsumzurückhaltung viele Menschen den Gang ins Restaurant seltener machen lassen und Gastronomen dadurch noch stärker unter Druck geraten. Ergänzend dazu ist laut "Süddeutscher Zeitung" die Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz (19 Prozent) für Speisen ab 2024 eine weitere Belastung, die Preisdruck und Existenznöte zusätzlich verschärft (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Laut "taz" berücksichtigen viele Betriebe aus Angst vor Gästeverlusten die Preiserhöhungen oft nicht vollständig und suchen stattdessen nach kreativen Sparmaßnahmen, etwa beim Wareneinkauf oder den Öffnungszeiten (Quelle: [taz](https://www.taz.de)). Die "FAZ" berichtet, dass sich die Gastwirte zunehmend vernetzen und für mehr politische Unterstützung werben, um das Gastgewerbe als wichtigen Bestandteil der Innenstädte zu erhalten (Quelle: [Frankfurter Allgemeine Zeitung](https://www.faz.net)).

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