Frohnmaier (AfD) will vor Landtagswahl erneut in die USA reisen

Markus Frohnmaier, der Spitzenkandidat der AfD in Baden-Württemberg, packt kurz vor der Wahl noch den Koffer: Er fliegt Anfang März in die Vereinigten Staaten – offiziell, um die Wirtschaft zu stärken.

heute 13:22 Uhr | 2 mal gelesen

Zwei, drei Tage vor der Wahl in Baden-Württemberg: Markus Frohnmaier verschwindet – Richtung Washington. Politico berichtet als erstes darüber, schon hängen die Fragen im Raum: Warum jetzt? Frohnmaier selbst sagt sinngemäß, er wolle sich für Industrie und Arbeitsplätze einsetzen, ein bisschen internationale Unternehmensdiplomatie eben. Vor Ort wird er auf dem 'Alliance of Sovereign Nations'-Kongress sprechen, einer konservativen Veranstaltung wohlgemerkt, bei der auch hochrangige US-Politiker wie Anna Paulina Luna und Mike Johnson auftreten. Die Veranstaltung hat Symbolkraft, immerhin zählt Johnson aktuell zu den wichtigsten Republikanern nach Trump. Frohnmaier sieht sich quasi als erster Export-Botschafter Baden-Württembergs, besonders in Sachen Autoindustrie, die durch die transatlantischen Beziehungen ihren Pulsschlag behält. Zehntausende Jobs hängen am Drahtseil USA. Wichtige Akzente also – zumindest aus CDU- und Grünen-Sicht anscheinend weniger Priorität. Die werfen laut Frohnmaier mit Anti-Amerikanismus, was er für ziemlich riskant hält – Stichwort: Handelskonflikte. Offen bleibt, ob hinter der Reise nicht doch auch Wahlkampftaktik steckt.

Markus Frohnmaier will laut eigenen Angaben mit seinem Besuch in Washington Arbeitsplätze und den Handel zwischen Baden-Württemberg und den USA sichern, indem er an der 'Alliance of Sovereign Nations'-Konferenz teilnimmt. In der politischen Debatte argumentiert er, dass ein guter Draht zu den Vereinigten Staaten gerade in instabilen Zeiten entscheidend für die exportorientierte Wirtschaft seines Landes ist und wirft CDU und Grünen vor, mit neuer Skepsis gegenüber Amerika zu spielen – was Arbeitsplätze gefährden könnte. Neuere Berichte bestätigen, dass die AfD weiterhin verstärkt auf US-Kontakte setzt, allerdings stoßen solche Initiativen in der Bundesregierung und bei Konkurrenzparteien vielfach auf Skepsis oder offene Kritik, etwa wegen immanenter außenpolitischer Risiken oder mangelnder Transparenz. Zudem wird die Nähe der AfD zu amerikanischen rechten Gruppen in der öffentlichen Debatte weiterhin kritisch beäugt, vor allem im Kontext transatlantischer Beziehungen und deren Stabilität angesichts bevorstehender Wahlen wie der im März in Baden-Württemberg oder der US-Präsidentschaftswahl im November.

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