Warken drängt auf schnellen Kompromiss: Jahresrezepte für Chroniker sollen Alltag erleichtern

Nina Warken (CDU), aktuelle Bundesgesundheitsministerin, macht Druck: Sie sieht eine rasche Einigung bei der Einführung von Jahresrezepten für chronisch kranke Menschen als notwendig. Ihr Ziel: weniger unnötige Arztbesuche und Wartezeiten.

heute 09:29 Uhr | 4 mal gelesen

Laut Warken wird diese Umstellung weder die Kosten für die gesetzlichen Kassen noch für die Beitragszahler in die Höhe treiben. Sie erwartet, “dass wir relativ zeitnah zu einem Ergebnis kommen.” Falls sich weitere Verzögerungen auftun, wolle das Ministerium nötigenfalls auf dem Rechtsweg nachsteuern – drohender Ton inklusive. Die Idee hinter der Neuregelung ist, dass Menschen mit langjährigen chronischen Erkrankungen ihr Medikamentenrezept nur noch einmal pro Jahr holen müssen, statt wie bisher mehrere Male. Das zugrunde liegende Gesetz hatte noch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) initiiert. Ärzte- und Kassenvertretungen zeigen sich mit der Reform grundsätzlich einverstanden, auch wenn sie einräumen, dass die Details durchaus knifflig sind – die Kassenärztliche Bundesvereinigung spricht von einer 'komplizierten Aufgabe'. Dennoch rechnen sie mit einem Konsens noch im laufenden Frühjahr. Von Seiten der gesetzlichen Krankenversicherung kommt ebenfalls Zustimmung, betont wird insbesondere die Entlastung der betroffenen Patienten und der Arztpraxen. Boris Augurzky, Gesundheitsökonom am RWI-Institut, sieht einen signifikanten Anteil medizinischer Termine, der bisher nur wegen dem Quartalsprinzip entstanden sei – diese könnten durch die Änderung entfallen.

Im Mittelpunkt steht die Absicht, langjährig chronisch Erkrankten die jährliche Ausstellung von Rezepten zu ermöglichen und damit Arztpraxen sowie Patienten zu entlasten. Die politische Debatte ist zuletzt wieder aufgeflammt, weil die Umsetzung trotz grundsätzlicher Einigkeit zwischen Ärzten und Krankenkassen aussteht. Das Bundesgesundheitsministerium will im Zweifel durchgreifen, um weitere jahrelange Verzögerungen zu vermeiden. In aktuellen Artikeln wird auf vielfältige Herausforderungen hingewiesen, darunter die technische Umsetzung in den Praxen und die Sorge um die Kontrolle der Medikation. Zusätzlich ist das Thema in einen größeren Diskurs um die Modernisierung des Gesundheitssystems eingebettet – etwa mit Blick auf Digitalisierung und Fachkräftemangel. In den letzten zwei Tagen wurde in mehreren Berichten (z.B. bei den großen Nachrichtenportalen) betont, dass der Erfolg solcher Reformen davon abhängt, wie gut die digitalen Abläufe in Arztpraxen und Apotheken kompatibel gemacht werden. Auch die Interessenvertretungen der Patienten fordern, dass die Verschreibungen zuverlässig geprüft und die Wahlfreiheit bei der Versorgung gesichert bleiben.

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