Die Runde an der DEKRA-Zentrale war hochkarätig besetzt – nicht nur Vorstandschef Stan Zurkiewicz, sondern auch Jann Fehlauer und Volker Noeske nahmen sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Verkehrsminister Schnieder. Ein Kernthema: Wie bekommen wir die Zahl getöteter und schwer verletzter Menschen auf deutschen Straßen langfristig gegen Null? Für DEKRA ist das keine Träumerei, sondern gelebtes Ziel, das durchaus ehrgeizige Anstrengungen erfordert. Dabei unterstützt der Prüfkonzern auch konkrete, länderübergreifende Allianzen wie den Pakt für Verkehrssicherheit.
Interessant wurde es beim Thema Fahrzeugzustand. Während Autos immer intelligenter und elektrisch komplexer werden, muss auch die Fahrzeugkontrolle nachziehen. Nicht verwunderlich, dass DEKRA mit ihren zig Millionen Prüfungen pro Jahr praktisch überall die Nase vorn hat – und dabei Vorreiter sein will, was etwa neue Prüfnormen auf europäischer Ebene angeht. "Die Hauptuntersuchung? Ein Paradebeispiel für deutsches Niveau in Fahrzeugkontrolle", so Jann Fehlauer. Nur: Das reicht in Zukunft alleine nicht mehr, spätestens, wenn digitale Sicherheitssysteme und automatisiertes Fahren Realität sind. DEKRA sieht hier die Notwendigkeit zu neuen Prüfkompetenzen, besonders bei Cyber-Security und vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz im Fahrzeug. Das wurde dem Minister auch ziemlich deutlich vermittelt.
Kurz abgeschweift: Die Diskussion wandert auch zur Führerscheinprüfung, die laut Verkehrsministerium bald günstiger werden könnte. Doch DEKRA warnt: Bitte nicht an der Praxistauglichkeit sparen! Die Fahrprüfung mag nicht der größte Kostenfaktor sein, aber sie garantiert, dass niemand unvorbereitet am Steuer landet. Sicherheit vor Sparmaßnahme, so das Credo.
Zuletzt rückte die Digitalisierung ins Rampenlicht – Stichwort: Digitale Fahrzeugakte. Sämtliche Fahrzeugdokumente auf Knopfdruck? Ein Fortschritt, den DEKRA ausdrücklich unterstützt, um sowohl Auto-Besitzern als auch Behörden das Leben leichter zu machen. Mit einem Schuss Skepsis, einer Prise Optimismus und dem klaren Ziel, auch digital an der Spitze zu bleiben.
Der persönliche Austausch bei DEKRA in Stuttgart setzte auf Inhalte, nicht auf Höflichkeiten: Straßen sollen mit vereinten Kräften sicherer werden – vor allem durch strengere und klügere Fahrzeuginspektionen, die Technik-Trends wie KI und Cyber-Sicherheit mitdenken. Im europäischen Kontext wird gerade genau an solchen neuen Prüfstandards gearbeitet, damit innovative Fahrfunktionen und Elektromobilität sicher bleiben. Die Expertenrunde zeigte sich geschlossen darin, Sicherheitsansprüchen den Vorzug vor übereilten Lockerungen – zum Beispiel bei der Fahrprüfung – zu geben. Unterdessen ist die Digitalisierung, etwa in Form der digitalen Fahrzeugakte, auf bestem Wege, bürokratische Hürden für alle Beteiligten zu senken. DEKRA bleibt nach eigenen Worten Vorreiter, die mit ihrer Beratung und Praxiserfahrung auch auf politischer Ebene gehört werden.
Neuste Entwicklungen aus anderen Quellen: Der ADAC berichtet aktuell über eine europaweite Zunahme von Unfällen mit E-Fahrzeugen und hebt hervor, dass technische Prüforganisationen wie DEKRA dringend auf verbesserte Kontrollmechanismen und mehr Sensibilisierung für Batteriesicherheit drängen (Quelle: adac.de, Stand 12. Juni 2024). Die Süddeutsche Zeitung greift die Risiken automatisiert fahrender Fahrzeuge auf und beleuchtet, wie Behörden und Prüfdienste derzeit in rechtlicher Grauzone agieren, da Standards international noch fehlen (Quelle: sueddeutsche.de, Stand 12. Juni 2024). Die Bundesregierung informiert parallel über Vorstöße zur Führerscheinreform, betont allerdings, dass Verkehrssicherheit Priorität genießt, weshalb viele geplante Erleichterungen noch unter Vorbehalt stehen (Quelle: bund.de, Stand 11. Juni 2024).