Wechsel an der Spitze: Heide Oestreich übernimmt Leitung von „radioeins“ und „radio3“ beim rbb

Nachdem sie bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert als Journalistin und Redakteurin wirkt, steigt Heide Oestreich ab März 2026 zur Chefin der beliebten rbb-Programme "radioeins" und "radio3" auf. Die erfahrene Kulturpublizistin, einst in Bonn geboren und heute tief in der Berliner Medienlandschaft verwurzelt, soll mit neuem Spirit frischen Wind in die beiden vielseitigen Radiosender bringen. Programmdirektor Skuppin ist überzeugt: Oestreichs Mut und Erfahrung geben den Takt für die Zukunft vor.

heute 15:48 Uhr | 4 mal gelesen

Kerstin Freels, Chefin der rbb-Hauptabteilung Kultur, gibt sich überzeugt: "Das breit gefächerte Aufgabenfeld zwischen radio3 – einem zeitgenössischen Kulturkanal mit klassischem Fokus – und dem urbanen, popmusikalisch geprägten radioeins klug auszufüllen, ist definitiv anspruchsvoll." Ihr Zutrauen in Oestreichs Kompetenz sei groß. Auch Oestreich betont, wie facettenreich die Aufgabe ist: "Gerade in unserer lebendigen Hauptstadtregion tummeln sich zahlreiche Radiostimmen – zwei so unterschiedliche Sender zu leiten, ist schon eine Hausnummer. radio3 und radioeins unterscheiden sich stark in Ton und Zielgruppe, und doch sind beide mehr als reine Begleitmusik; sie stehen für ein weites Spektrum an kulturellen wie gesellschaftlichen Diskursen. Es sind leidenschaftliche Teams am Werk, und ich freue mich darauf, mit ihnen die Profile weiter zu schärfen." Die Rheinländerin studierte einst Politik und Deutsch an der FU Berlin, besuchte die Evangelische Journalistenschule und verbrachte dann viele Jahre bei der „taz“ als Redakteurin und später als stellvertretende Ressortleiterin für Innenpolitik. Zudem sammelte sie Erfahrungen als Autorin und Moderatorin bei verschiedenen Medien, etwa beim rbb. 2015 wechselte sie fest zur damaligen Kulturwelle des rbb, heute unter dem Namen radio3 firmierend. Seit 2021 arbeitet sie zudem beratend und strategisch in der rbb-Programmdirektion. Nun folgt sie auf Dorothee Hackenberg, die ihren Ruhestand antritt. Anfragen sind über die rbb-Pressestelle möglich.

Mit Heide Oestreich übernimmt eine langjährig erfahrene Journalistin das Ruder bei radioeins und radio3. Ihre Biografie spiegelt jahrzehntelange Beschäftigung mit gesellschaftsrelevanten Themen wider – ob bei der taz, im rbb oder als freie Autorin. Oestreich steht für eine inhaltliche Offenheit und Diversität, die nicht nur für das Programm, sondern auch im Umgang innerhalb der Teams von zentraler Bedeutung ist. Sie verkörpert gewissermaßen den Brückenschlag zwischen klassischer Kulturvermittlung und kritischer Popkultur – ein Spagat, der in der fragmentierten Berliner Radiolandschaft immer wichtiger wird. Interessant ist, wie der Wechsel im Kontext der jüngsten Herausforderungen für öffentlich-rechtliche Sender erfolgt: In Zeiten, in denen diese Anstalten vermehrt unter Druck stehen, neue Zielgruppen zu gewinnen und gesellschaftliche Debatten anzustoßen, erscheint Oestreichs breit gefächerter Hintergrund als klare Antwort auf diese Anforderungen. Zudem steht radioeins aktuell vor der Aufgabe, jüngere Hörerinnen und Hörer stärker einzubinden, ohne die ältere Stammhörerschaft zu verlieren. Gleichzeitig verzeichnet der Kulturbereich – nicht nur in Berlin – einen Trend zu mehr Dialog, Interaktivität und Podcasts, welche Oestreichs bisherige Tätigkeiten sehr gut abdecken. Neue Impulse und frische Formate dürften damit bald folgen.

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